Das fünfte Haus

Abteilung B: Bodennutzung

(Bei diesem Text handelt es sich um eine knappe Zusammenfassung eines entsprechenden Kapitels des Manuskripts „Ende der Revolutionen“; Leser baten um Hinweise zum Entwurf einer Bodennutzung auf herrenlosem Land, sie wollen sich das wenigstens einmal vorstellen können).

Die Schweiz hat es vorgemacht, zumindest die Richtung nicht aber mit dem Preis. Herrenloses Land hat keinen Preis. Ein Preis würde einen Herrn voraussetzen und der wäre aus dem Land gejagt. Nicht wirklich gejagt, ihm wäre lediglich das Recht genommen, das Land künftig sein eigen zu nennen. Noch sitzen viele Herren auf ihrem Land, das ihnen aber nicht mehr gehören würde; aber sie dürften es weiterhin besitzen.

Die Bürger votierten im Kanton Basel mit 67% für eine Änderung der Bauordnung. Der Staat soll´s richten. Das dachte schon der SPD-Politiker und Oberbürgermeister der Stadt München Hans Jochen Vogel in den 70er Jahren: So aber wird das nicht gelingen.

Anders gelänge es mit der Abteilung B im Fünften Haus einer kommenden Gesellschaft. Das Bauland, das bebaut ist bliebe bis zu einer Nutzungsänderung außen vor; das wäre den Gestrigen geschuldet, sie waren früher schon rechtschaffene Menschen. Anders das unbebaute Bauland. Das neue System ist einfach: Wie bisher würden die Gemeinden das künftige Bauland ausweisen. Es würde veröffentlicht und jeder Interessent könnte sich für eine künftige Nutzung bewerben. Hausgemeinschaften, Wohnprojektgemeinschaften wären vielleicht im Vorteil, aber das wüsste letzlich keiner. Einen Preis hätte dieses Bauland natürlich nicht, das wüsste inzwischen jeder; der Mensch würde wieder natürlich.

Im Zusammenwirken mit den Bauämtern und anderen Verwaltungseinrichtungen würden die Bewerbungen um die Nutzung des ausgewiesenen Baulandes in klaren Beschreibungen zusammengefasst. Es herrscht wie bisher Wettbewerb, jetzt aber allein um die umweltfreundlichsten Pläne. Diese werden der Abteilung B im Fünften Haus vorgelegt. Welche Bewerbung zum Zuge käme entscheiden dann allein die anonymen und zufällig ausgewählten Simmrechteinhaber*innen, die über die Nutzungsänderung dieses Bodens dann abstimmen würden, das als Bauland von der Verwaltung ausgewiesen wäre. Die Stimmrechteinhaber*innen wüssten gar nicht wo das Land läge, über dessen Bebauung sie abstimmen würden; das dürften sie nicht wissen. Es soll künftig gerecht zugehen und deshalb wäre das auch keine Frage der Politik, es wäre eine Sache der Menschen.

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