Die Negation des Erasmus von Rotterdam



Beide waren Augustinermönche, Erasmus aus Überzeugung und Luther aus Angst. Aber bei Luther war es nicht die Angst von der die Erwachsenen den Kindern erzählen wenn sie den Kindern erklären weshalb der Luther ins Kloster ging. Sie scheuen sich auch nicht, für die Verbreitung der Legenden die Figuren der Kinder zu verwenden, mit denen moderne Kinder heute gerne spielen. Es mag sein, dass die Eltern und Erzieher der Kinder trotz ihres Alters immer noch alles nachplappern was ihnen die Herren und neuerdings auch die Frauen erzählen. Sie glauben alles, weil die Prediger dieses Beffchen um den Hals tragen, das beim Prediger Luther ganz anders und grauenhaft aussah. Bei ihm war das Blut der Bauern am Hals, wie er das auch öffentlich bekannte. Das hatte einen Grund: Er wollte wieder raus aus dem Kloster und musste die da draußen, die als Fürsten damals Recht sprachen und über ihn vielleicht zu Gericht sitzen wollten, für sich gewinnen; da ging er über Leichen. Ob aber Luther den Hieronymus Buntz wirklich in einem Duell, das damals streng für Studenten verboten war, tötete, kann nicht bewiesen, es kann nur vermutet werden. Deshalb gilt die Unschuldsvermutung. Was wirklich war wenn kein Beweis auf den Tisch gelegt werden kann, das weiß nur Gott. Dass der Bericht des Fernsehens am Ende ein definitives Urteil fällt und die Katholiken der Falschaussagen beschuldigen entlarvt sich am Ende doch als politisches Konzept: Klar kenne man das auch bei den Whistleblowers. Da sind sie sich mit dem protestantischen Donald Trump sofort einig.

Martin Luther hatte sein Studium der Rechtswissenschaften am 20. Mai 1505 an der Universität Erfurt begonnen. Leider traf er nach einiger Zeit seinen Freund Hieronymus Buntz. Es kam zum Streit und zum Duell, in welchem Luther seinen Gefährten tötete. Im Juni desselben Jahres begab sich Luther- beunruhigt über die Folgen dieses Mordes - zu seinem Protektor und Freund Johannes Braun, einem Kollegiats-Vikar in Eisenach, um ihn um Rat zu fragen. Dieser empfahl ihm, in ein Kloster einzutreten, um den gerichtlichen Folgen der Affäre zu entgehen. So trat Luther am 17. Juli 1505 in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Er kam so in den Genuß des Asylrechtes, das damals von der weltlichen Gerichtsbarkeit anerkannt wurde. Seine erste, von ihm selbst herausgegebene Abhandlung trägt bezeichnenderweise den Titel "De his qui ad ecclesiam confugiunt tarn judicibus secularibus quam Ecclesiae Rectoribus et Monasteriorum Praelatis perutilis" ("Über die, welche in der Kirche Zuflucht nehmen; sehr brauchbar für weltliche Richter als auch für Leiter einer Kirche und Prälaten von Klöstern"). Sie erschien 1517 zunächst anonym, in einer neuen Auflage aber unter Luthers Namen. In dieser Schrift wird daran erinnert, daß jemand gemäß dem mosaischen Gesetz nicht schuldig sei, wenn er irrtümlich oder unüberlegt jemanden getötet hat, ohne sein Feind zu sein. Im Kloster fand Luther jedoch nicht seinen Seelenfrieden. Seine mehr als nur zweifelhafte 'Berufung' war ja nicht der Liebe zum Gebet und zur Einsamkeit entsprungen, sondern der Furcht vor der Rechtsstrafe“. (aus: "Société Augustin Barruel" Nr.21, Mai 1992 )

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