Die neue Gesellschaft


Der neue Bund: (Der Text wird seit dem 04.02. geschrieben, der Text ändert sich noch und Fehler sind auch noch nicht korrigiert; doch die Ungeduld ist wieder da: Aktuell werden verschiedene Ereignisse medienwirksam derart aufbereitet, so dass die Diskussion um den ungebremsten Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre wieder auf leisen Sohlen sich aus den Medien verabschieden kann. Das wird langsam geschehen, so dass eine Vielzahl der Menschen dies kaum bemerken werden; der Alltag ist anstrengend genug und es gibt noch andere Sorgen. Daneben werden die Aktionen gegen den Verbrennungskapitalismus jetzt selbst von den ersten Aufklärer*innen zur Freude der Medienmacher kommerzialisiert. Das erfordere das Recht.)


Die Alten haben gesagt, Auge für Auge, Zahn für Zahn...“ Das predigte Jesus seinen Jüngern und den Menschen, die zu ihm kamen und verkündete einen neuen Bund. Er hielt öfters Predigten, sprach aber nie politisch; er war der Sohn Gottes; jedenfalls schreiben das die Evangelisten.

Hätte er wenigstens einmal politisch gesprochen und wäre er deshalb mehr als nur Fleisch geworden, hätte nicht nur unter uns gewohnt sondern sich einmal auch politisch betätigt, so hätte er wohl anders geredet und anders gehandelt. Die Aussage, dass Politik das ist was machbar ist, wäre einmal von ihm für seine Sache konkretisiert worden.

Dein Reich komme….“, so beten im Vaterunser zwar nur noch Wenige angesichts von Krieg, Terror und Gewalt. In der inzwischen gottlosen Welt, in der nur noch die Mächtigen des Orients und ihre Vasallen in der Welt ihren Gott Allah mit Feuer und Schwert behaupten und an Stelle des Bürgerlichen Gesetzbuches das Gesetzbuch der Scharia überall setzen wollen, kommt ein Vaterunser so gar nicht ruhig über die Lippen; da schweigen sie, die dann doch lieber das Bürgerliche Gesetzbuch der Scharia vorziehen bevor der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Sie schweigen angesichts von Armut, zerrütteten Familien meist dort wo es Reichtum gibt, und nehmen dann doch lieber Abstand vom kommenden Reich, dass da über Jahrhunderte im Gebet und lange Zeit nicht still sondern gemeinsam und laut gebetet wurde, so dass alle es hören konnten. Das ist mit Sicherheit eines der bemerkenswertesten äußerlichen Zeichen der Postmoderne: „Lass doch die alten Erzählungen.“

Vielleicht hat er da Schuld auf sich geladen? Hat er sich herausgehalten als sei das allein eine Sache der Menschen?

Er hat auch nicht gesagt, als er unter den Menschen gewohnt hat, wie unter der römischen Besatzungsmacht in Palästina eine Befreiung und der Weg in ein christliches Weltreich gelingen kann. Er war kein Revolutionär. Er wusste, dass jede Revolution alles schlimmer macht. Da musste er sich nur umsehen und seine Jünger berichten auch darüber. Eine Strategie, die in der Moderne gerne den Briten zugeschrieben wird und die heute die Schrecken in der Welt in Balance halten, kann auch schon in seiner Zeit ausgemacht werden. Zwar war damals der Boden noch längst nicht vorbereitet und wurde noch im großen Stil besetzt, doch bildete sich damals schon diese Strategie von „Balance of Power“ heraus: Kamen die Fremden und okkupierten das Land, was damals die Römer schon perfekt verstanden, versuchten sie sofort im Kontakt mit den dortigen besitzenden und vermögenden Mächtigen herauszufinden was Sache ist. Der Naturzustand von Gemeinschaften der Menschen, von dem damals keiner sprach und den heute die Philosophen des Bürgertums gerne behaupten, war längst überwunden und dort, wo es ihn noch gab, lebten die Menschen friedlich miteinander: Friedlich, bis die Bürger einbrachen. So schrieb das selbst Kolumbus in sein Bordbuch; er verstand diese Naturvölker nicht. Anfangs waren Okkupationen auch noch recht einfach. Auch in Palästina damals als die militärische Überlegenheit der römischen Legionen alle überzeugte und die wenigen Besitzer des Grund und Bodens, die es in den Regionen, in denen der Naturzustand beseitigt war natürlich längst gab. Der Widerstand war gering. Den Grund und Boden dort hatten die Ortsansässigen sich oft Jahre zuvor bereits mit ein paar groben und rau auftretenden Haudegen, die das Schwert gut führen konnten, angeeignet und meist war ihr Boden noch klar begrenzt; man lebte relativ bescheiden. Aber mit ordentlichen Besitztümern war man dann doch wer und unterschied sich immer mehr und deutlich von den Habenichtsen, die aber auch etwas haben mussten, dass es zumindest für das tägliche Brot reichte. Sie mussten sich dafür auf dem Grund und Boden der Herren verdingen. Nicht für einen Herrn, von dem Jesus sprach, der war anders. Dieser Jesus lebte damals mitten unter ihnen, sah alles und mischte sich nicht ein. Im Gegenteil: Als einmal einer seiner Jünger voller Wut zum Schwert griff, das er wohl nicht ohne Grund bei sich trug, sprach Jesus, dass wer das Schwert ergreife durch das Schwert auch umkommen werde. Nur ein Trottel greift danach noch einmal zum Schwert: Diese klare Aussage aus dem Mund Gottes war eindeutig. Er warf zwar auch die Händler aus dem Tempel, politisch aber wirkte er nicht. Die Händler werden nachdem er gegangen ist sofort wieder in den Tempel zurückgekehrt sein und sich über diesen Spinner die Augen gerieben haben: Was sollte das? Was wollte der? Die Besatzer kümmerten sich eh nicht um seine Worte und die römischen Legionäre, die für die Besatzer das Geschäft besorgten, verstanden ihn nicht; sie sprachen anders. Die Besatzer loteten also die Sache in typisch menschlicher Manier aus und als die Ortsansässigen ihn einmal zu ihrem Statthalter Pontius Pilatus schleppten, wusch dieser seine Hände in Unschuld: Der kannte ihn gar nicht, die Sache war eine Sache der Menschen in Palästina.

Die wollten sein Reich schon damals nicht, jedenfalls nicht alle, und heute ist längst eine Mehrheit nachweislich gegen sein Reich. Das erfuhr er spätestens am Kreuz und fragte seinen Vater, weshalb er ihn am Ende verlassen habe?

Dass sein Vater ihn nicht verlassen hat wusste er natürlich vor seinem Tod nicht und er ist eines natürlichen aber qualvollen Todes gestorben. Er sagte nichts zu einer Politik, wie sein Reich machbar erreicht werden könnte und empfahl statt dessen uns nur diesen Petrus, den Fels, auf dem er seine Kirche bauen wollte. Andere bauten sie nach ihm und entdeckten schnell die Politik, die sie von den Anderen abschauten und sich in die Strategie des Balances of Power einbinden ließen und sich hierin auch hervorragend zurecht fanden. Das Gleichnis von Jesus mit der Münze, die symbolisch für den Satz herhalten musste, den uns wieder Matthäus überliefert, dass sie dem Kaiser geben sollten was des Kaisers und Gott was Gottes ist, passte hervorragend. Die Gläubigen, die wirklich an ihn glaubten, wurde von dieser Münze geblendet, die sie vermutlich nie begriffen haben; er sprach doch sonst ganz anders. Er lud Schuld um Schuld auf sich, schwere Schuld. Vielleicht hat ihn deshalb sein Vater bestraft und vor seinem Tod seinen Hilferuf, weshalb er ihn ausgerechnet am Kreuz verlassen habe, nicht beantwortet. Den Vertrauensvorschuss, den er seinen Nachfolgern gab indem er sagte, dass alles was sie auf Erden binden auch im Himmel gebunden sei, verspielten sie schnell; seine Nachfolger waren schwach.

Und die Zeiten änderten sich. Die Machtbalance wurde Jahr für Jahr schwieriger. Die ansässigen Besitzenden und zu kleinen Vermögen gekommenen Ortskundigen verstanden es deshalb zunehmend, die Fremden davon zu überzeugen, dass man besser Verträge miteinander schließt und sich einigt wie der Grund und Boden mitsamt den Habenichtsen gemeinsam beherrscht wird. Die Habenichtse blieben außerhalb ihrer Verträge; die hatten nichts, deshalb hießen sie ja so: Nicht einmal einen Vertrag konnten sie vorweisen. Sie gehorchten den Gesetzen, die von den Mächtigen erlassen wurden und das war auch besser; sie beschützte eh keiner. Für die galt das Gesetz, so dass Ruhe im Land herrschte. Die Unruhe, die aber ständig währte weil das Land gesichert werden musste, bedurfte weiterer harter Gesetze; da war keine Zeit und kein Grund für Debatten, da galt schon immer das Standrecht. Er, Jesus, hätte ahnen können, dass sie seine Worte vom Kaiser und Gott, von dieser schrecklichen Medaille den Habenichtsen predigen, damit vor allem der Kaiser vor seinem Wort geschützt ist. Um Gottes Wort durften die Habenichtse sich kümmern, die aber meist nur die Worte des Pontifex waren; bei ihm konnten sie nicht lesen. Das galt bis Luther, der eigentlich Luder hieß und ein übler Kerl war. Diese Aussage werden sie noch unter Strafe stellen; noch aber ist es nicht soweit.

Die Gegner der Kirche hatten deshalb am Ende ein leichtes Spiel. Gegen alle Worte des Herrn haben seine Vertreter auf Erden verstoßen und seinen Namen mit viel Blut beschmiert. Das Blut der Habenichtse, der Bauern, die das Reich Gottes mit ihrem Pfarrer Müntzer endlich verwirklichen wollten, wurde nicht von der katholischen Kirche verschmiert, das klebte Luther an seinen Hals. Darüber wurde hier schon berichtet.

Als die radikalen Gegner der Kirche im Jahr 1801 ihren endgültigen Sieg über seine längst ramponierte Kirche feierten, fehlte dem damaligen Pontifex Maximus Pius VII sein Rat. Die Strategen der Kirche konnten in dieser Balance of Power nicht mehr mithalten; die Widersprüche mit der Frohbotschaft dieses Jesus von Nazareth waren zu sehr gewachsen und mussten umschlagen: Der schärfste Gegner des Christentums siegte: Das Bürgertum.

Sie bemerkten es wohl noch, konnten aber nicht damit umgehen. Die katholische Kirche war in diesen Tagen noch sehr stark, die Zeichen der Zeit aber haben sie nicht verstanden: Inzwischen war eine völlig neue Form politischer Interessenvertretung herangereift, die Jesus auch zu seiner Zeit nicht kannte. Die Machtinteressen konnten schon längst nicht mehr unter einen Hut und auch nicht unter zwei Hüte gebracht werden, durften aber keineswegs die längst in Gang gekommene kapitalistische Produktionsweise gefährden. Ein Merkantilismus, wie er damals betrieben wurde und gerade im katholischen Frankreich diese in Gang gekommene Produktionsweise behinderte, die sich im benachbarten protestantischen England längst durchsetzen konnte, drang förmlich zu einer neuen Form der Herrschaft. Der Herrschaft von politischen Parteien, die sich in dieser spezifische Form erfolgreich in der Französischen Revolution endgültig durchsetzen konnte.

Schnell entwickelte sich jetzt dieses Herrschaftsinstrument. Als mit korporativen politischen Systemen oder einfach per Gesetz auch die Habenichtse in ihr Parteiensystem eingebunden werden konnten und mit dem Faschismus die Härteprobe erfolgreich überstanden wurde begann die Postmoderne: Die Zeit der Balance of Power and Convenience.

Wäre er selber noch viel mehr Fleisch geworden und wäre bei uns geblieben dann könnte begründet werden, dass dieser Jesus, der nicht von dieser Welt war, folgenden Rat dann doch uns auf den Weg gegeben hätte:

Gehorcht ihnen nicht, seid ungehorsam. Ihr seid allein dafür verantwortlich was ihr auf dieser Erde tut. Mein Vater wird euch nicht helfen und er wird euch nicht trösten; es gibt keine Versöhnung zwischen eurer und meiner Welt. Ihr müsst euren Streit selber schlichten. Denn was auf Erden geschlichtet ist, ist auch im Himmel geschlichtet. Ihr müsst euch entscheiden, ich kann euch nicht helfen. Sie werden nachdem die Machtbalance mit den Vermögenden und Mächtigen der Länder hergestellt ist euch ihre Rechte anbieten, die euch besser stellen sollen, die euch sozial absichern und eure Habseligkeiten schützen; und die euch vor allem unterhalten mit allerlei Blödsinn, dass ihr auch einmal die Reichtümer eurer neuen Herren bestaunen könnt ohne in wütenden Neid zu verfallen. Nur dafür greifen sie auf meine Worte zurück. Sie werden mit dem Grundvertrag der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit jetzt immer kommen, dem ihr immer zustimmen sollt. Hütet euch vor diesem Papier, es ist vergiftet. Es ist nicht die Brüderlichkeit, von der ich sprach. Keinesfalls wird der Vermögende im Geringsten unter euch seinen Bruder sehen. Die Gleichheit, die sie euch predigen, ist ihr Kapital: Sie dürfen euch ausbeuten wie ihr sie ausbeuten dürft; wohlan, versucht es! Und die Freiheit, die sie euch anbieten ist die Freiheit des Konsums und der Zwang unter ihr Bürgerliches Gesetzbuch, unter dem schon der Fötus der Frauen geworfen ist. Bis zu eurem Tode werden sie euch zwingen und selbst über diesen haben sie Gesetze erlassen, die euch selbst jetzt da ihr alt, gebrechlich und lebensmüde seid, das Selbstbestimmungsrecht über euren eigenen Tod nimmt..

Sie erlassen die Gesetze in ihrem egoistischen Interesse und sie beherrschen inzwischen diese Methode. Diesen euren neuen Herren geht es nur um Convenance, so dass ihr Balance of Power künftig besiegelt ist und ewig währen soll. Merkt euch: Sobald ihr unterschreibt wird das Wort meines Vaters verstummen: Ihr seid verloren weil sie in dieser für sie freien Beliebigkeit euch ausbeuten werden und, was noch schlimmer ist, ihr in ihrem Auftrag die Erde, die Schöpfung meines Vaters, ausbeutet, ihr ihnen sogar das Bett wärmt wie ihr ihnen auch alle Annehmlichkeiten besorgt. Alles werden sie von euch verlangen und mit euch die Natur meines Vaters verbrennen bis die Natur euch verbrennt und alles endet. Letzteres ist nicht der Wille meines Vaters. Es ist der Wille falscher Propheten, die nach mir kamen. Den Willen meines Vaters müsst ihr selber herausfinden durch euer Leben. Wahrlich ich sage euch das im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen

Er sprach das aber nicht und wir können das nur aus all dem, was uns die Evangelisten überliefert haben, ableiten. Er hätte es sagen können. Diese Ableitung bedient sich auch keiner politischen Sprache; die politische Sprache ist die Sprache der Menschen, die nicht guten Willens sind und im Nächsten niemals den Bruder sehen. Die nicht vertrauen sondern den Vertrag stets in der Hinterhand halten und all diejenigen, die auf das Wort vertrauen übervorteilen und sie vor die Gerichte zerren, die den Rest ihrer Sache besorgen. Wenn die Hinterhand nicht genügt werden sie wie am Anfang ihres kometenhaften Aufstiegs wieder mit Gewehren kommen und die Unterschrift unter ihren Vertrag fordern, der ihnen den Vorteil verschafft und diesen unter den Schutz der Polizei und des Militärs stellt. Es sind Menschen, die die Not der Schwachen gnadenlos ausnutzen und daraus Geschäftsmodelle entwickeln. Über ihre Lobbyisten in den Parlamenten sorgen sie dafür, dass ihr Geschäftsmodell juristisch abgesichert wird.

Als er unter euch wohnte sprach er anders. Er sprach von den Schafen, die er zur rechten und von den Böcken, die er zur linken Seite teilte. Heute sitzen sie wie die Schafe und Böcke in den Parlamenten wieder zur linken und zur rechten Seite. Das aber ist jetzt anders und keiner, weder die rechte noch die linke Seite erinnert sich an seine Botschaft, die gerade keine politische Botschaft sein will. Sie ist eine Frohbotschaft, aber das haben Viele nicht begriffen. Sie kümmern sie sich auch nicht mehr um die Hungernden, um die er sich immer zuerst gekümmert hat. Immer wenn er lange gepredigt hatte verspürten seine Zuhörer diesen Hunger: Sie waren nicht von seiner Welt. Dann fragte Jesus seine Jünger wie immer, was sie an Essbarem dabei hätten und wir wissen nicht, ob es immer diese fünf Brote und drei Fische waren, die sie auch wie immer nicht teilen wollten; sie waren Menschen. Aber sie kannten ihn und haben getan, was er zu ihnen gesagt hat. Sie wussten, dass er wieder von diesem Geben sei seliger statt Nehmen reden würde, also kürzten sie das Prozedere ab. Sie waren wie die Übrigen die gekommen waren von dieser Welt und wussten was Hunger ist: Auch deshalb folgten sie ihm immer und überwanden in seiner Gegenwart ihren Egoismus, was für jeden Menschen schwer ist. Natürlich werden sie immer gehofft haben, dass er wenigstens einmal an einen Kompromiss denkt wenn einmal der eigene Hunger unerträglich wurde. Nur ein Teil weggeben und sogar den größten, das wäre doch auch gut und vernünftig gewesen. Wir wissen was er sagte und wir könnten es immer wissen wenn wir wollten. Er nahm damals, als es sogar um den Speisung von 5.000 ging alles Brot und alle Fische, dankte dem Vater und brach das Brot: Geht hin und verteilt alles unter das Volk. Sie gehorchten und alle wurden satt.

Sicher wissen wir deshalb, dass zum Geheimnis des Glaubens auch gehört, dass nicht politisch geredet wird. Nicht jeder ist ein Schuft. Wir können darüber nicht nur bei ihm lesen.

Später als der Hunger zu den Menschen wieder zurückkam, vergaßen die Meisten seine Worte und andere Propheten kamen und predigten jetzt ganz anders als er. Diese predigten nicht von Geboten, sie schlossen keinen Neuen Bund und verkündeten statt dessen neue Gesetze, die das Auge für Auge, den Zahn für Zahn der Zeit anpassten weil die Balance nicht mehr gewährleistet werden konnte. Als es ganz schlimm kam und die Moderne nicht überall und schon gar nicht in den katholischen Ländern ordentlich Fuß fassen konnte, musste zuerst im katholischen Italien aus der Trinität Gottes ein Treppiedi-System von Staat-Kapital-und Arbeit die Trinität ablösen; eine besonders hässliche Strategie der Mächtigen. In lang anhaltenden Kämpfen betrat nämlich inzwischen ein dritter Machtfaktor die politische Bühne: Die Vertreter der Habenichtse, die sich zum ersten Mal in der Geschichte in einem Klassenbewusstsein zusammenschlossen und als Proletariat ursprünglich den Katholizismus ablösen wollten: Völker aller Länder vereinigt euch. Die Internationale wurde gegründet und die längst wachsam gewordenen bürgerlichen Aufklärer ahnten, dass diese internationale Arbeiterbewegung der Balance of Power sehr gefährlich werden konnte. Sie verstanden es aber klug diese Bewegung in ihr repräsentatives Parteiensystem einzubinden und diese Bewegung einem sozialen Kompromiss unterzuordnen. Die Sozialdemokratie wurde geboren, in der ihre katholischen Vertreter sich zuletzt nicht einmal schämten das Kernelement der Bergpredigt in ihr direktes Gegenteil zu verkehren: Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen. Das sagten Jesus anders als er die Böcke von den Schafen trennte und sie der linken Seite zuordnete und ihnen den Zugang ins Himmelreich verwehrte. Sie gaben ihm nichts zu essen als er hungerte. Jesus hatte in seiner Bergpredigt nichts von Bedingungen gesagt. Diese linke Seite musste durch Integration neutralisiert werden und erwies sich als der größte Betrug an den Habenichtsen da das Einzige, was sie im katholischen Italien besaßen, nämlich ihren Glauben, auch dort der Fascia untergeordnet wurde. Diese Strategie erwies sich als dermaßen erfolgreich, dass diese im postmodernen Deutschland mit dem System des sozialen Friedens ebenfalls erfolgreich wiederholt werden konnte. Wer wollte nach dem schrecklichen Krieg schon gegen den Frieden sein?

Das System sollte ähnlich sein sollte und deshalb wurde an der Zahl 3 festgehalten: Gemeinsam mit dem Staat, dem Kapital und der Arbeit soll nicht mehr Gott, sondern dieses 3-er System die Geschicke der Menschen im Land lenken. Im katholischen Italien des 20. Jahrhunderts war das anders wohl gar nicht denkbar. Zu vielen Menschen war die Trinität Gottes zu vertraut und begleitete sie im täglichen Leben.

Wieder Andere predigten noch einmal anders: Zuerst käme das Fressen und dann erst die Moral. Auch hier hörten viele Hungernde zu und erkannten in diesen Botschaften sofort die verlogene Moral der Herrschenden. Deshalb forderten sie jetzt zuerst das Fressen. Das besorgten die Herrschenden gerne; diese waren schlauer als diese Propheten.


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