Pandora


Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Elend, Hunger, Krankheit und Tod.

Der Gott der Griechen, Zeus, wies Pandora an, den Menschen die Büchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfe. Pandora, die Frau des Epimetheus, aber öffnete aus Neugierde die Büchse und die Übel entwichen.

Viele der Übel bekam der Mensch nach und nach einigermaßen wieder in den Griff. Natürlich nicht alle und der Tod zeugt nur von einem der Übel, das trotz aller Anstrengungen nicht mehr aus der Welt geschafft werden konnte.

Das Übel Arbeit nutzte eine kleine Gruppe von Menschen und sie münzten es um: Als sie mit der im 15. Jahrhundert beginnenden Aufklärung als aufstrebendes Bürgertum aktiv die Weltbühne nach und nach eroberten und abtrünnige Kirchenleute fanden, mit denen sie den herrschenden katholischen Glauben der Menschen reformierten, predigten sie, dass in dem Übel Arbeit so gar kein Übel stecke sondern im Gegenteil, die Arbeit die Quelle des menschlichen Reichtums darstelle. Diesem protestantischen Gedanken widersetzte sich vor allem der katholische Klerus. Er verkündete, dass Gott die Erde nach seinem Willen eingerichtet habe und dass trotz der Übel letztlich alles sein Werk und deshalb alles gut sei. In England münzten die Herrschenden schon sehr früh das Übel Arbeit um und verhalfen diesem Übel sogar zur religiösen Weihe, in dem sie Menschen in Arbeitshäusern steckten. Diese Menschen wollten diesem Übel keinesfalls noch durch eigenes zutun zur Würde verhelfen. Gemäß des 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher, dass keiner mehr essen solle, der nicht arbeite, waren sich die Herren mit den protestantischen und calvinistischen Kirchenleuten einig: Arbeit und Reichtum ist Gott gefallen. Das erste historisch dokumentierte Arbeitshaus wurde 1555 in London (Bridewell) eingerichtet, 9 Jahre, nachdem Martin Luther die geistigen Grundlagen dafür geschaffen hat.

Im katholischen Frankreich hingegen kam es erst im Jahr 1789 zum Schwur: Der Stand der Bürger, vereint unter der französischen Trikolore, setzte sich über den gesamten Klerus hinweg. Die Bürger waren überzeugt davon, dass sie sich vom Klerus samt seinem Mythos Gott endgültig befreien können und setzten ihren Stand selber an die Stelle eines Gottes. Im Überschwang der praktischen Vernunft forderten sie Gott heraus und öffneten noch einmal die Büchse der Pandora.

Die Hoffnung entwich; sie war nach alter Überlieferung in der Büchse der Pandora verblieben. Ohne Hoffnung und ohne Gott waren die Menschen dem Götzen Staat in der Moderne ausgeliefert.

Jetzt schreiben wir das Zeitalter der Postmoderne. Der Markt weitet sich aus und mit ihm die Aporie, im Denken, im Tun, im Zusammenleben…..

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