Sein Wille geschehe….


und nicht der eigene. Der musste einem Generalwillen weichen. Dieser, sein Wille, ist der stoffliche Ausdruck der Moderne, der in der Postmoderne noch einmal bekräftigt wurde. Die Pest des Protestantismus wütet.

Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden“, so schreibt das Matthäus. Bei Lukas finden wir diesen Satz nicht. Entscheidend aber ist, dass damit auf keinen Fall die volonté générale des Jean-Jaques Rousseau gemeint war, die Rousseau vorbereitet und der Imperator Napoleon Bonaparte mit dem Code Civil in die Welt eingeführt hat. Dafür demütigte er die Kirche. Er demütigte nicht die lutherische Kirche, er demütigte die katholische Kirche. Viele im Volk jubelten damals und danach immer wieder: Der Faschismus war geboren. Die katholische Kirche hat nach dem Jahr 1801 sogar selber daran mitgewirkt, daran darf nicht gezweifelt werden. Aber den Katholizismus konnte Napoleon nicht besiegen wie ihn heute auch ein Trump nicht besiegen kann: Der freie Wille des Menschen wird bei den Massen von Menschen vielleicht ausgerottet. Aber wenn auch nur ein Einziger wahrhaft bleibt wird der Protestantismus nicht siegen.

Ich stehe im Abseits. Auf die politische Bühne werde ich nicht gehen. Diese ist keine res publika, das darf nie vergessen werden. Sie ist aber auch keine Quasselbude! Hütet euch vor allem vor denen, die das sagen. Sie bedrohen das Leben der Menschen. Diejenigen, die auf der Bühne agieren, bedrohen die Gerechtigkeit, die es nicht gibt, solange sie dort handeln und Gesetze erlassen.

Das gab schon Korczak den Kindern mit auf den Weg, die das begreifen, weil sie Kinder und unschuldig sind. Aber das sollen sie nicht begreifen, deshalb werden sie erzogen und der Staat mischt sich deshalb gerade hier massiv ein und finanziert schon die Krippen. Er finanziert nicht euch damit ihr freie Zeit mit euren Kindern habt, die jetzt, während dieser ersten Zeit auf Erden euch brauchen und die so entscheidend sind. Wenn es sein muss, dass ihr nicht da seid, gehören Kindergärten und Krippen in die Hand von Nichtregierungsorganisationen und keinesfalls in die Hand der staatlichen Exekutive.

Antoine de Saint-Exypéry erzählt, dass bei einer Zwischenlandung in der Sahara vermutlich eine Ratte in sein Flugzeug huschte. Jedenfalls hat er sie nach einiger Zeit im Cockpit seines Flugzeugs kurz erkennen können. Er erzählt nicht, ob er von der Gefahr der Pest wusste, die von Ratten übertragen wird. Er, der Dichter des kleinen Prinzen, war von der Pest nicht befallen, das wissen wir; wir können das bei ihm lesen. Er wollte die Ratte wieder loswerden und landen. Aber wo? Unter ihm nur Sand und die festen Pisten waren bereits weit weg. Er muss schreckliche Angst vor der Ratte gehabt haben; er wusste wohl doch von diesem Bazillus. Er erinnerte sich, dass in großer Höhe überall die Kälte herrscht und die Luft kaum zum Atmen reicht. Er sah keinen anderen Ausweg und zog seine Maschine steil nach oben. Er hoffte, dass seine Furchtlosigkeit, was das eigene Leben anbetraf, am Ende siegen wird. So wie das Janusz Korczak wusste, als er mit den Kindern die Gaskammer betrat oder Franz Jägerstetter, als er seinen Kopf unter das Fallbeil legen musste.

Der kleine Prinz blieb lange und ganz einsam dort oben, atmete wenig und muss schrecklich gefroren haben. Aber er siegte: Nachdem er gelandet war fand er die verendete Ratte. Er rührte sie nicht an und verließ das Flugzeug. Andere bewarben sich um das Flugzeug und er warnte sie vor der toten Ratte. Ob die Anderen sich um seine Warnung scherten, davon berichtet Antoine de Saint-Exypéry nicht.

Um die Kinder sorgen sich immer weniger Eltern. Ihre Plagegeister geben sie oft schon früh in den Krippen ab. Sie müssen arbeiten. Wir wollen arbeiten behaupten inzwischen manche Eltern, die darin eine Emanzipation erkennen.. Aber wenn ihr arbeiten wollt tut es, darum geht es doch nicht. Es geht um die ersten drei Jahre: In diesen ersten drei Lebensjahren brauchen die Kinder euch! Das sage nicht ich, das lehren die Sozialwissenschaftler.

Nicht ständig, das ist auch klar. Sie brauchen euch dann, wenn sie nach euch blicken und spätestens, wenn sie euch fragen wollen. Den Zeitpunkt wisst ihr doch nicht und Kinder kennen keinen geregelten Alltag. Aber genau den wollen sie den Kindern beibringen: Für ihre Fabriken und Geschäfte, für fremdbestimmte Arbeit: Dort muss es geregelt zugehen, sonst lohnt die Produktion und das Geschäft nicht, die euch und vor allem ihnen einen gutes und wohlständiges Leben garantieren.

Drei Jahre ist das Mindeste, dass der Staat euch garantieren müsste. Eine Zeit mit und für eure Kinder, ohne Lohnabzug und allemal garantiert. Ohne Antrag, selbstverständlich; so würde er sich einmal wenigstens in dieser Sache in die richtige politische Richtung drehen. Er wird es nicht tun sondern, diejenigen, die euch um die Bildung eures freien Willens nicht erzogen haben, müssen ins Abseits. Sie nehmen nicht an den Verbrechen teil, die lieben euch ohne Wenn und Aber; vergesst es nicht Kinder.

Und ihr Erwachsenen vergesst nicht, dass der Staat immer seinen Willen durchgesetzt hat, der seit der Französischen Revolution in Europa uns seit Andrew Jackson in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht mehr sein Wille ist: Ein Götze hat keinen Willen.

Als Götze will er sogar euren Leichnam. Er nennt es eine Spende.Niemals sollten wir solche Gesetze befolgen. Er wird aber alles tun damit sein Wille geschehe; da dürfen wir nicht irren.

Die Würde des Menschen darf nicht unter seinem Willen vertraglich geregelt werden; sie hat ihren Ursprung allein im Mensch-sein und der Mensch war vor ihm da, dem bürgerlichen Staat; als vorstaatliches Recht ist die Würde des Menschen zu schützen. Er wird vermutlich trotzdem die Würde des Einzelnen verletzen; er weiß um die Methode der Formfehler; die findet er, dafür hat er seine Richter.

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