Die Würde und die Entsorgung des Menschen

Meldung: Vatikanstadt - 25.10.2016.
Es ist soweit: "Mit einer neuen Instruktion schafft der Vatikan Klarheit für den Umgang mit der Asche Verstorbener: Aufbewahrung in Wohnräumen, Ausstreuen der Asche in der Natur oder ihre Verarbeitung in Schmuckstücken sowie anderen Erinnerungsgegenständen sind nach katholischer Lehre nicht gestattet. Stattdessen müsse die Asche an "einem heiligen Ort" aufbewahrt werden, etwa auf Friedhöfen oder in Kirchen, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Instruktion "Ad resurgendum cum Christo" (Zur Auferstehung mit Christus) der vatikanischen Glaubenskongregation. Thema sind die "Beerdigung der Verstorbenen und die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung". Das Dokument, das Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Ludwig Müller vorstellte, trage der Tatsache Rechnung, dass eine Feuerbestattung mittlerweile stark verbreitet sei und sich auch neue Ideen verbreiteten, "die dem Glauben der Kirche widersprechen".

Die neue Instruktion solle also die "lehrmäßigen und pastoralen Gründe" für eine vorrangige Erdbestattung darlegen, an der die Glaubenskongregation in Erinnerung an den Tod und das Begräbnis Jesu weiter festhält. Gleichzeitig würden auch Normen für die Aufbewahrung der Asche im Fall einer Feuerbestattung festgelegt.

Das nennt man heute besser Ökumene: Das opportune Denken der geistigen Führer der katholischen Kirche. Man müsse doch mit der Zeit gehen.
Zu oft schon segnete die katholische Kirche den Zeitgeist ab, der in den Jahren von 1920 bis ins Jahr 1945 besonders und oft bereits in früheren Zeiten schrecklich daherkam. Die Führer des Klerus wollen als Politiker ernst genommen werden und ihre verbliebenen Pfründe noch über die Postmoderne hinaus retten. Mit derartigen Haltungen werden sie alles verlieren, auch den Menschen.
Damit keine Zweifel aufkommen: Der Autor hört und singt gerne manche Lieder, die unsere Kultur geschaffen und mit denen er an Lagerfeuern der Georgspfadfinder seine Jugend verbracht hat. Religiöse Lieder, die ohne die Mär von der Auferstehung gesungen werden, hört er gerne und besucht noch heute die Kirchen, wenn er Einkehr und Ruhe braucht. Nur wenn bei all dieser Ruhe und Einkehr ihm Paulus einfällt, weiß er, dass es mit der Ruhe und dem Stopp des Klimawandels verdammt schlecht aussieht.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Mensch allein bestimmt, was mit seinem Leichnahm einmal passieren soll. Das entscheidet er mit den Seinen oder allein. Da hat keine Kirche, kein Staat sich einzumischen. Schon die Stellungnahme zu dieser Angelegenheit von Staat und Kirche wäre ein verabscheuungswürdiger Eingriff in die Autonomie des Menschen. Ein "radikaler Linker", ein wahrhaft Konservativer, verrückt. Vom Verbrennen hält er nichts. Das erhoben die Nazis zum Recht ihres Staates und dagegen kämpft er. Die massenhaft durch die staatlichen Exekutivorganen umgekommenen Menschen haben den entschiedenen Kampf gegen das Verbrennen verdient. Diesem Kampf, in all seinen unterschiedlichen Facetten, ist er verpflichtet

Die Zeiten ändern sich.

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