Cuba


Ich kenne Kuba nicht. Ich war nie da; die Entfernung kann nur mit einem Flugzeug heute überbrückt werden. Das aber geht nicht; ich weiß inzwischen um den Klimawandel, da ist jeder angesprochen.

Andere waren da und viel wird berichtet in Filmen, Texten und Dokumentationen. Die Revolutionäre Fidel Castro, sein Bruder Raûl und Che Guevara sind mir schon lange bekannt, über sie habe ich früh gelesen.

Fidel Castros Schrift „die Geschichte wird mich freisprechen“ ist interessant; aber die Geschichte kann nicht freisprechen. Fidel wusste das natürlich und er war guten Willens. An der Gerechtigkeit werden wir ihn messen.

Das ursprünglich in griechisch verfasste Lukas-Evangelium, Vers 6.35: „mutuum date nihil inde sperantes“ machte mich neugierig: Weshalb folgten ausgerechnet Staaten diesem Evangelium, die alle als gottlos bezeichnet werden? Haben die heimlich bei Lukas gelesen? Sicher weiß ich nur, dass sie alle bei Marx gelesen und die Castro-Brüder alle das Jesuitenkolleg besucht haben; die kannten natürlich den Lukas.

Ich erfuhr Einiges in den letzten Monaten über Kuba.

Eine Maßnahme nach der erfolgreichen Revolution war die Verstaatlichung des großen Grundbesitzes der Familie Castro. Fängt man so an wenn der Beginn einer sozialistischen Volksgemeinschaft erzwungen werden soll?

Aber bevor über den Alltag dieser permanenten Revolution weiter berichtet wird, die Fidel Castro mit der Parole „Vaterland oder Tod“ seit nunmehr 60 Jahren unterhält, obwohl er selber nicht mehr da ist , muss über die Revolution nachgedacht werden. Ich bin kein Revolutionstheoretiker, ich orientiere mich an der Vernunft und die Gedanken über die kubanische Revolution werden mir schwerfallen. Doch auch dieser Weg muss gegangen werden: da sind die vielen Toten, denen gedacht werden muss.

Nachdenken will ich paraphrasierend über zwei erfolgreiche Revolutionen, die jedoch im ersten Fall nach nur sehr kurzer Zeit im Grunde gescheitert ist, im zweiten Fall noch nicht als siegreiche Revolution feststeht. Die erste, die Französische Revolution scheiterte mit Napoleon; die zweite, die kubanische Revolution kann Weltgeschichte schreiben vor allem jetzt seit klar ist, dass das Klima sich dramatisch ändert.

Zunächst die augenfälligsten Unterschiede:

Frankreich hatte vor der Revolution einen König und nach der Revolution einen Kaiser. Gut, man nannte ihn einen Bürgerkönig, das aber verschlimmert nur die Sache.

Kuba hatte vor der Revolution einen Diktator und nach der Revolution eine Diktatur.

Auf der Formseite können wir durchaus Gemeinsamkeiten feststellen. Kümmern wir uns nicht um die Details, die durchaus unterschiedlich bewertet werden müssten ; sie sind jetzt nicht wesentlich. Wenden wir uns den Inhalten zu, die auf das wirkliche Leben zeigen.

Auffallend sind die Gegensätze von materiellem Reichtum und Lebensfreude: Eine Abendspaziergang hierzulande im Vergleich mit einem in Kuba in einer Kleinstadt demonstriert förmlich was gemeint ist: Dort Licht, gepflasterte oder geteerte Straßen und Wege, überall materieller Reichtum, dort wenig Licht und kein materieller Reichtum; arm scheint hier das Leben.

Aber es scheint nur arm. Materiell bestimmt, das wird kein Kubaner widersprechen, aber man wird es lediglich feststellen und nicht klagen; dafür lebt man, tanzt gerne und musiziert. Da bleibt zum Klagen eh keine Zeit obwohl man viel Grund zum Klagen hätte. Jawohl, ich war nie dort, aber alle die ich gefragt haben und die dort waren haben es so berichtet. Nicht in ihren Hotels sei das so gewesen, da war nur das Leben, das sie hierzulande auch kennen. Sie kennen auch nicht, dass hierzulande Menschen einfach in der Öffentlichkeit tanzen, musizieren, meist an den Abenden auf den Wegen und Hinterhöfen ihrer Kleinstadt, die hierzulande eh nicht mehr da sind; hier stellt man die Häuser ordentlich getrennt auf, Zaun dazwischen und gut ist`s.

Läden sehe man selten und drinnen sei es eh recht leer. Nur sporadisch kämen die Waren und Vielfalt gehe anders. Warenhäuser gäbe es sowieso nicht. Die würden sie aber auch nicht brauchen, die hätten eh kein richtiges Geld und noch Karten. Damit sind Lebensmittelkarten gemeint, von denen uns in der Schule berichtet wurde. Sie soll es auch in Deutschland einmal gegeben haben. Die Gründe hätten sie nicht wirklich verstanden; es hätte sie doch gegeben, die Lebensmittel. Weshalb verschwanden die plötzlich? Hier könne man das verstehen, es gäbe einfach zu wenig und Devisen zum Einkauf zusätzlicher Lebensmittel aus dem Ausland wären nicht da. Es würde auch eh nicht geliefert, denn wen ein Ausländer liefert, verscherzt er es mit den USA, die tun alles, um den Handel mit diesem Land zu verhindern.

die früher, als wir noch gar nicht hier lebten, auch einmal gedruckt wurden und das in der Schule erwähnt worden ist.





(wird fortgesetzt)

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