Über das Menschenbild

Darüber wird heute am 5.12.2020 weiter der Text geschrieben. Er kann wegen der Sache selbst nur persönlich geschrieben werden, weil es das Menschenbild nicht gibt. Ich werde darauf zurückkommen wie Christus dafür herhalten musste, ein Menschenbild Gottes für die einfachen und blökenden Lämmer zu liefern. Das war klug, aber deshalb wurde Christus nicht wahr. Das wussten die klugen auch und deshalb nannten sie es Geheimnis des Glaubens.

Dem christlichen Bild vom Hirten und seinen Schafen hat sich der Psychologe Rainer Mausfeld angenommen. Warum er die Schafe als juvenile Schafe bezeichnet und Lämmer behauptet, wird sein Geheimnis bleiben. Vermutlich wollte er nicht christlich daherkommen. Das Lamm aber hat eine viel zentralere Bedeutung im Christentum, es ist Christus selber. Christus aber kennt keinen Plural. Es sollte sich entscheiden. Erwachsen sind sie also, die Schafe, keinesfalls aber Christus. Er fragt sich, weshalb die Lämmer schweigen?. Er wird sich selten bei den Lämmern aufgehalten haben, sonst hätte er wahrnehmen können, dass sie keineswegs schweigen, sondern ganz ordentlich blöken. Aber anders hätte er seine These von einer "sozialen Gene" nicht öffentlich vertreten können. Weshalb er persönlich an solch eine "soziale Gene" glaubt, lässt er offen.
Zwar erklärt es, dass Lämmer still halten, wenn sie geschoren werden, dass aber wiederum verweist dann doch mehr auf die Schafe. Es scheint, dass es lediglich ein rhethorisches Stilmittel ist, denn er behauptet zu wissen, weshalb die Lämmer schweigen. Eine Gene der Macht, wie Professor Mausfeld leichtfertig und mal locker in den ersten 13 Minuten seines Vortrags stehend und nicht nur vom Hocker behauptet, ohne dafür einen einzigen Beleg zu liefern, nötigt mich dazu, entschieden zu antworten. Wir müssen in eine wahrhafte Demokratie keinesfalls "die Macht einhegen". Das tun nur diejenigen, die ein Interesses daran haben. Dieses Interesse tritt in der postmodernen Zeit oft nur eitel auf, bedient die herrschenden Interessen, doch verlogen ist es allemal und nur die Wissenschaft von der Politik, keinesfalls aber die Politologie ist in der Lage, diese Eitelkeit aufzudecken. Die Eitelkeit hat immer eine Achillesverse: Sie tritt positivistisch auf und hat dafür meist nur interpretationswürde Belege. Bei Mausfeld muss Thukydides dafür herhalten und klar scheint, was dieser Feldherr für ein Menschenbild hatte und er klärtb nicht darüber auf, dass daraus besser nicht geschlossen, bzw. abgeleitet werden sollte. Mausfeld ist Psychologe und hätte das grundsätzliche Problem aller Sozialwissenschaften seinen Zuhören mitteilen müssen. Sie kommen logisch daher, sind deshalb per se aber nicht wahr. Ansonsten schafft man sich die blökenden Lämmer, die anschließend schweigen sollen. Einmal fragt er sich, weshalb in Ramstein der Staat der Bundesrepublik vor den amerikanischen Toren halt macht. Das irritiert, weil die Antwort doch bereits den Lämmern klar ist, wenn sie zum ersten Mal auf fremden Bodeneigentum grasen: Von ihrem Besitz in Ramstein, und mit dem Grundbuch, das ihnen ein verbrieftes dingliches Recht des Eigentums an diesem Boden zusichert, geht ihr Herrschaftsrecht aus und da muss sogar der Staat draußen bleiben und die deutsche Gerichtsbarkeit, die hier zum Stützpunkt der Nato das Öffnen der Tore erzwingen könnte. Das aber ist vertraglich ausgeschlossen worden. Haben das die Lämmer nicht verstanden? Dass diese einfach weitergrasen ist kein ordentlicher Beweis, dass diese das nicht verstanden haben. Er ist Psychologe und unterschreibt heute die Verträge ohne nachzudenken. Eine Psychologie des Rechts, das würde ich mir sehnlichst von ihm wünschen und ein solches Werk neben das Buch "Vom Geist der Gesetze" legen. Sie dürfen gerne weiter mitlesen und noch besser, mir widersprechen; mit Fakten. Aber nur Belege können von mir anerkannt werden, keine Bauchgefühle, die ich durchaus schätze, vorallem dann, wenn ein Bauchgefühl aus einem hervorragend vorbereitetem Gericht mit natürlichen Früchten, mit Wein, Weib und Gesang, verursacht wurde. Gerne dürfen wir mit diesem Bauchgefühl beim gemeinsamen Essen einmal über den Romantiker Jean-Jaques Rousseau uns unterhalten und auf das Gebot, dass die Früchte der Erde allen Menschen gehören, anstoßen. Sie werden über meine Überlegungen nicht woanders lesen können. Das liegt bereits daran, dass ich alles eitle, was ich an mir selbst erkenne, bekämpfe durch Askese. Keiner wird mich für eine Bühne überreden und die Veröffentlichung meines Manuskripts wird vielleicht schon daran scheitern, weil ich keine Verträge unterschreibe. Aber hier auf endederrevolutionen.de können sie zu meinen Überlegungen lesen und Rainer Mausfeld lade ich gerne dazu ein an einem Abend zu Rousseau mit jenem Wein, Weib und Gesang miteinander und für eine gemeinsame Zukunft zu sprechen.

16. Jahrhundert am Vorabend der Bauernkriege: Vermutlich hat alles im Herzogtum Württemberg begonnen. Alles ist im Manuskript des Ersten Buchs "Ende der Revolutioen" beschrieben und kann hier nur kurz zusammengefasst werden. Der Arme Konrad gibt im Rahmen dieses Weblogs ausreichend Auskunft darüber.

Dort in meiner Heimat hat alles begonnen und sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa verbreitet. Grausam verbreitet und jener Dreißigjährige Krieg kann gar nicht vergessen werden und wird schon lange nicht mehr gebührend in den Schulen unterrichtet. Dort wird Nützliches unterrichtet und der Bologna-Prozess ist wahrhaftes Beispiel dafür.

Nicht überall, aber fast überall brannte das Lauffeuer. Aber der Dreißigjährige Krieg schaffte die fundamentalen Voraussetzungen und erst der Code Civil sorgte dafür, dass allgemein zunächst in Europa und danach in der ganzen Welt der Boden für dieses Lauffeuer dauerhaft bereitet wurde. Natürlich kann sich ein Code Civil nicht ohne Weiteres in Europa verbreiten. Das besorgten zunächst die napoleonischen Heere und danach die menschlichen Aktionen aus gesetzlich zu Kriegsdiensten gezwungenen Menschen, die dieses inzwischen zentrale protestantische Kriegsprinzip des Balance of Power weltweit zu besorgen hatten. Überwunden waren die Friedfertigen des Matthäus. Sie wurden zu religiös geadelten Friedensverfertiger und bekamen ein Schwert umgehängt, das Schwert Gottes. Natürlich geschah das nach 1804 zivilisiert und auf gesetzlichen Grundlagen. Die gemeinen Menschen besorgten das jetzt, die sich jetzt Bürger nennen durften und sogar den Fürsten gleich sind. Politisch gleich und nicht sozial, versteht sich. Irgendwo hört der Spaß auf. Aber manch armseliger Amtsrichter spürt heute trotzdem die Macht, über die bereits Montesquieu in seinem Werk "Vom Geist der Gesetze" schrieb, die er über den ehemaligen Fürsten hat und der jetzt vor ihm steht. Nicht im Büßergewand, sondern oft erst recht fürstlich. Mancher besonders ungebildete und revanchistische Richter vergeht sich an ihnen. Das macht aber nichts und wir können nichts dagegen tun. Der Rechtsweg bleibt selbstverständlich offen. Gehen Sie bitte in Vorkasse. Das erlaubt das Gesetz. Beide sollten, modern geworden, dem Bürgerlichen Gesetzbuch gehorchen. Mancher ehemaliger Fürst aber ist heute auch bereits arm geworden und kann sich nur noch einen Pflichtanwalt leisten. Nicht er leistet sich einen Pflichtanwalt, die Gesellschaft sorgt dafür. Dass er nicht mehr dafür sorgen kann, dafür sorgte vielleicht das bürgerliche Erbrecht, das einen gesetzlichen Pflichtteil einführte. Eine perfide und menschenverachtende Methoden. Das sehen wir anders und wir sind ja auch keine Fürsten.

Letzteres werden die meisten meiner Leser*innen nicht verstehen und keinesfalls zustimmen: Was bitte ist daran menschenverachtend?

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Der Schlüsselbegriff ist bereits gefallen. Wie Rainer Mausfeld sprechen sie heute gerne und recht leichtfertig über die Gesellschaft. Vorallem dann sprechen sie gerne darüber, wenn das eigentliche Thema, die postmoderne Demokratie, sie beleuchten wollen. Wer macht dafür das notwendige Licht an? Die moderne Demokratie sei der Obrigkeitsstaat gewesen, von dem Nietzsche in "Also sprach Zarathustra sprach und der demokratische Staat sei Dank des Grundgesetzes ein anderer geworden, postmodern eben und Nietzsche sei tot, ein toter Hund, wie wir doch alle heute wissen. Wie Mausfeld sprechen sie in diesem Zusammenhang über die Gesellschaft, als wenn diese wie auf einem Seziertisch vor einem läge und jetzt ordentlich und Dank einer geänderten Verfassung grundsätzlich einmal -jetzt aber postmodern - untersucht werden könnte. Sie wollen Neues endeckt haben. Die Zeiten haben sich mit einer neuen Verfassung, die anders ist, als die verfassung damals, als sie völlig unterschiedliche Teile der Gesellschaft, ausgewählt, verhaftet und tatsächlich auf die Seziertische zwangen und oft genug sogar bei lebendigem Leib grausam untersucht und anschließend einfach wie die anderen auch verbrannt haben. Heute wollen sie anderes an den toten Leibern entdeckt haben. Anderes als damals, als Rousseaus volonté générale leibhaftig vor die Menschen trat und die Voraussetzungen schaffte.

Sie vergessen dabei geflissentlich, dass das Ding, das sie auf diesen Tisch gepackt haben, heute tot ist.
Das dürfen wir natürlich so nicht vergleichen. Auf einen Seziertisch wird heute immer ein toter Mensch gelegt und dieser hat selbstverständlich und auch, wenn er mausetot ist, eine gesetzlich ihm zugestandene menschliche Würde. Das ist richtig und selbst das vergessen heute Viele und viele dieser Toten werden anschließend auch verbrannt. Das dürfen sie, das gestattet ihnen das Gesetz. Auch die Heilige katholische Kirche ist inzwischen postmodern geworden und verbrennt sie, wenn bei einem Katholiken die Voraussetzungen gegeben sind. Darüber sollte jetzt aufgeklärt werden, über die Gesellschaft und den Menschen, der da tot auf dem Seziertisch liegt.

Beginnen wir und folgen ausnahmsweise einmal dem guten und den Lügen zugeneigtem Rousseau. Denn eines kann vorab gesagt werden. Die Lügen sind bei diesem Diskurs, der hier zunächst als Monolog geführt werden muss, weil keiner jetzt die Hand hebt, aufsteht, und eine Gegenrede hält, fundamental.

Eine EMail erreichte mich und ich will mich nicht verzetteln, will aber antworten. Meine Texte werden langsam, konzentriert und wie ein langer, zwingend mäandernder langsam fließender Fluss geschrieben. Fehlerhaft trotzdem oft, aber menschlich. Morgen erst bleibt wieder Zeit, weiter zu schreiben.

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