Die Pest des Judentums,


darüber schrieb Erasmus von Rotterdam. Erasmus meinte nicht den Juden wie auch ich mit der Pest des Protestantismus nicht den Protestanten meine. Auf keinen Fall (sic!), und das muss immer betont werden wenn dieses ungemein vorbelastete Thema diskutiert wird. Auch geht es hier nicht um die Feindesliebe, die Matthäus (5) in der Bergpredigt uns lehrt. Wenn ich an das Volk der Juden denke spüre ich den Freund zuerst: Das Volk der Juden, ihre Musik, ihre Sprache und erblicke in ihren Gesichtern und Erzählungen die Herzlichkeit der Menschen; da muss der Matthäus nicht genannt werden. Aber ich bin noch während ich diese Herzen schaue belastet durch Auschwitz und das schnürt mir dann doch oft noch die Kehle zu. Deshalb kann ich nicht sagen, dass mein Verhalten gegenüber den Juden unbelastet ist.

Erasmus ist tot, ich lebe. Deshalb kann Erasmus sich nicht gegen den Verdacht verteidigen, ein Antisemit gewesen zu sein. Ich werde ihn verteidigen.

Dieser Diskurs muss geführt werden sonst wird man mich vielleicht auch einen Antisemiten heißen. Hier sei einleitend der Vorwurf an Erasmus vorgestellt.

Nichts ist gefährlicher für die Erziehung des Christen als die übelste Pest, das Judentum.“ Das schreibe ich ähnlich: Nichts ist gefährlicher für die Menschen als die übelste Pest des Protestantismus, dem die Pest des Judentums vorausging. Mehr noch: Der Judenchrist war der Überträger des Bazillus; beide Pestarten sind eng miteinander verwandt. Paulus, als er noch Saulus genannt wurde, war der hervorragendste Judenchrist. Als Saulus war er erbarmungsloser Jude und als Paulus wollte er ein „Herr erbarme dich unser“ sein und führte das Lamm Gottes ein, das zuvor ein Symbol der Juden war.

Der Mensch guten Willens ist anders und das wissen wir. Vom Saulus zum Paulus hat nie gegolten, auch wenn das gerne gesagt wird und viele daran glauben. Paulus schrieb an die Römer. Er gilt bei allen, die sich mit ihm theologisch beschäftigt haben, als der Politiker, der er auch war: Der Prototyp des Politikers schlechthin. Er wollte das „Agnus „Agnus auch zu den Mächtigen bringen und deshalb kündigte er sein Kommen in Rom an. Er kam zu früh. Seine Mission konnte er deshalb nicht ganz erfüllen. Die Mächtigen lebten noch wahrhaftig und erkannten seine gespaltene Zunge; sie töteten ihn. Die Heidenchristen aber nahmen seinAgnus Dei“ an und wurden gottesfürchtig. Zu dieser Gottesfurcht bekannten sich rund 300 Jahre später die Mächtigen auch und verhalfen so der Mission des Paulus doch noch zum Sieg: Das Judentum konnte im Christentum endlich Fuß fassen, der Bazillus mutierte. Die Römer taten das erst, als sie sicher sein konnten, dass sie unter dem Zeichen Christi siegen werden.

Aber nicht alle Heidenchristen befiel der Bazillus. Viele blieben mehr Heiden als Christen und bei der Natur, ihrer Natur, und vertraten sie als Christen, die an diesen Jesus aus Nazareth verwies, der Mensch geworden ist und wegen der Verletzung des jüdischen Rechts zum Tode verurteilt wurde. Er starb unter den Worten „Vater, warum hast du mich verlassen“. Danach starb er. Der Vater antwortete ihm nicht.

Vom Pöbel schreibe ich auch; allerdings wird dieser Begriff seit Immanuel Kant heute präziser verwendet. Die Schrift „Heronymus“ werde ich vorstellen und wie Erasmus bin ich der Überzeugung, dass denen, die den Protestantismus studieren, nicht getraut werden kann. Wie ich dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche Wolfgang Huber nicht traue, wenn er die Worte des Matthäus: „Selig sind die Friedfertigen“ ummünzt und seine Gläubigen belehrt, dass die Friedfertigen des Matthäus als Friedenverfertiger“ aufzufassen sind, die auf dieser Seite der Münze, die er heute unter die Menschen lutherischen Glaubens bringt, folglich auch einen Anspruch auf den Sold haben, für die seine Müntze wohl taugen muss: Der Friede muss bei Wolfgang Huber besorgt, gemacht, verfertigt werden.

Besonders werde ich dem Hinweis nachgehen, weshalb erst seit „Mitte der 1980-er Jahre“ dem Erasmus ein Antisemitismus vorgeworfen wird. Das hat politische Gründe und dafür kann der Erasmus nichts. Ich will ausführlich, präzise und nach gründlichem Studium hermeneutisch antworten. Eine Arbeit, die Zeit erfordert, die ich heute noch nicht habe. Der Kampf um die Eindämmung des Verbrennungskapitalismus und die Opfer der Exekutivgewalt in England und den USA, der Niedergang der europäischen politischen Systeme fordern alle Zeit von mir. Aber immer wenn ein Zeitfenster offen steht werde ich mich dem Nachweis widmen. Sollten aber Leser*innen diesen Nachweis für vordringlich erachten, werde ich auf Fragen hier antworten.

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