(Auszug aus dem 2. Buch „Ende der Revolutionen“)


Einführung in das System der Nutzungs- und Stimmrechte.


Das individualisierte oder primäre Nutzungsrecht.


Die Bodenfläche Deutschlands beträgt rund 357.386 km². Mit der Anzahl der Menschen, die derzeit in Deutschland leben1, könnte jedem Menschen eine Nutzfläche von rund 4.300 m² oder 43 Ar2 theoretisch bereitgestellt werden.

Eine Theorie aber muss praktisch werden, wenn sie für den wirklichen Menschen taugen soll.


Bei den gegebenen Bodenverhältnissen, den Erfordernissen der gegebenen Infrastruktur, den Naturschutzgebieten und der Landwirtschaft, bietet sich praktisch die erste Regel an:

Jeder Mensch nutzt 1 Ar der Bodenfläche der Bundesrepublik Deutschland.


Jeder Mensch, ob alt oder jung, gesund oder krank, schwarz oder weiß, selbst für die Menschen, denen die bürgerlichen Rechte entzogen wurden, gilt: Als künftiges natürliches Menschenrecht steht diese Bodenfläche jedem Einzelnen zu; sie ist nicht politisch, sie ist nicht abstrakt, sie ist fassbar und natürlich: Einhundert Quadratmeter; eine überschaubare, vorstellbare, nutzbare Fläche.


Ob der Mensch diese Fläche einzäunt, oder sie natürlich belässt, ob er sie annimmt wie sie zugeteilt wurde, ist egal: Keiner hat mehr das Recht, ihm hier Vorschriften zu machen. Eine Grundsteuer wäre ebenfalls völlig ausgeschlossen.


Der Umfang der Nutzung dieses Bodens ist in einem Katalog zulässiger Nutzungen aufgeführt. Der Inhalt dieser zulässigen Nutzungen beschränken die Nutzungsabsichten der Menschen auf diesem ansonsten völlig herrschaftsfrei nutzbaren Boden. Die Einschränkungen sind allein der Erhaltung der Natur geschuldet.


Die Beschränkungen sind an der Pflicht orientiert, die Natur, die den Einzelnen immer schon mit anderen Menschen verbindet, sorgsam und schonend zu behandeln. Diese moralische Pflicht ist der Maxime der Freiheit des Menschen geschuldet und darf als emanzipierte praktische Vernunft behauptet werden. Würden diese Beschränkungen nicht für alle Menschen formuliert werden, könnte der egoistische Mensch, der mit der Befolgung des kategorischen Imperativ bei Kant noch sein Unwesen treiben kann, die Natur langfristig verändern. Die mit der Moderne bis heute gewonnene Freiheit, könnte sich wieder in das Gegenteil, ein Leben in Not führen zu müssen, verkehren.


Diese Fläche bildet nicht sein Eigentum, der Boden ist herrenlos. Durch einen gesetzgeberischen Akt der legislativen Gewalt wurde der Grund und Boden aus dem juristischen Sachenrecht im Bürgerlichen Gesetzbuches entfernt . Der Boden stellt kein Eigentum im Sinne des § 903 des Bürgerlichen Gesetzbuches dar. Die Grundlage eines Übergangs der bürgerlichen Gesellschaft in eine zivile Gesellschaft wäre geschaffen.



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1 Im Jahr 2019 lebten rund 82,8 Millionen Menschen in Deutschland

2 Das Flächenmaß Ar wurde im Revolutionsjahr Frankreichs 1789 als Maßeinheit der Fläche [lat. Area] eingeführt. 1 Ar = 100 m².