Menschen, RES PUBLICA und ein Souverän.



Solange die Herrschaft von Menschen über Menschen auf unserem Planeten ein Ordnungsprinzip in den Staaten darstellt darf auf der Formseite eine klare Trennung zwischen der res publica und dem Souverän nicht aufgehoben werden.

Das Bürgertum hat dieses Prinzip aufgehoben. Es stürmte und besetzte die res publica. Nachdem dieser Coup gelungen war verlieh sie ihr selber das Recht des Souveräns. Das konnte auf Zeit nicht gut gehen, und so musste die Fasces dafür sorgen, dass es gut gehen muss. Menschenverachtend; es ging nur um die Macht und die Sicherung ihres Privatbesitzes. Menschenverachtend was danach kam. Bis heute.

Die Herrschaft von Menschen über Menschen ist per se menschenverachtend. Beide sind verächtlich: der Knecht verächtlich durch den Herrn, der Herr verächtlich durch den Knecht. Das muss immer gesagt werden, sonst verstehen wir uns nicht. Wir stehen nicht auf selbem Grund und Boden.

Anders wäre das wenn der gewählte Herr dem Knecht eine Bühne baut, hoch und möglichst erhaben. Und alle Knechte bittet darauf Platz zu nehmen, damit sie ihre Anliegen unter sich beraten. Er werde in Demut warten und mit ihren Sprechern beraten; außerhalb und fern der Bühne, denn dieser bin ich, der auserwählte Herr, nicht würdig.

Alles will ich versuchen, um einen gerechten Weg zu finden und die Gesetze erlassen.

Und wenn es zum Streit kommt verspreche ich euch, dass ich ihrem Urteil folge und weiß, dass sie uns wie eine Mutter behandelt. Aber auch ihr, die ihr nicht mit einer Stimme redet, müsst sie achten: Die Judikative. Wir müssen sie alle achten und ich werde selbst zurücktreten, wenn sie es von mir verlangt.

Die Herrschaft eines Menschen über euch, den ihr gewählt habt, bleibt. Darüber irren wir nicht. Das Verächtliche aber wäre auf das absolute Minimum beschränkt.



Nachtrag:

Um mit Nietzsche zu fragen: Wohlan! Ihr großen Seelen. Meine Brüder und Schwestern, so sagt mir: wenn ihr erkannt habt worüber ich spreche, woran würdet ihr ihn messen, den neuen Fürsten, der gerade nicht Staat sein will und schon gar nicht bürgerlich daherkriecht!

Ob er ein guter Fürst ist? Antwort:



Anders ist es allerorts, weil der kantische Pöbel sich anmaßt die Gesetze zu erlassen. Ihr System ist durchsichtig und primitiv. Aber sie vermehren mit ihrem System ihren Reichtum und sie werden euch treten, wenn ihr aufmuckt:

"Hinter der Trommel her trotten die Kälber. Das Fell für die Trommel liefern sie selber. Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen. Das Kalb marschiert in ruhig festem Tritt. Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen marschiern im Geist in seinen Reihen mit." (Berthold Brecht).

Sie wählen ihre Schlächter. Sie nennen sie Repräsentanten; das aber ist nicht das Problem. Verderblich ist, dass sie ihre Repräsentanten in das Haus des Staates wählen. Dieses Haus hat der Staat im Innern für sie vorbereitet und ordentlich geteilt. Diese Architektur des Hauses führte bereits in die Barbarei und wird auch den Weg in die kommende Barbarei nicht verhindern können. Hier müssten die Architekten des Staates noch einmal nachbessern und vernünftig planen, wenn eine Reform von Seiten des Staates durchgeführt würde. So wie sie, -die Bajonette auf das Volk gerichtet-, das Haus entworfen haben, darf es nicht bleiben: Drei Abteilungsräume und ein großer Vorraum. Legislative, exekutive und judikative Abteilung. Den Vorraum, der stets durchschritten werden muss, um in die richtige Abteilung zu gelangen nennen einigedie Halle des Volkes“ und lächeln. Und manch einer hat sich schon im Haus nicht zurechtgefunden, vergaß seine Brille und saß manchmal in einer Abteilung, für die er gar nicht bestellt war. Aber das macht nichts; man kennt sich bekanntlich wenn man lange genug unter demselben Dach verkehrt und die Häppchen, die in der Halle des Volkes oft ausgegeben werden, gemeinsam verzehrt. Denkwürdig in diesem Haus des Staates ist auch, dass oft mehr Menschen den Abgeordneten Häppchen reichen als da waren.

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