Radikale Zeitwende


Die Geschehnisse der Jahre 1789 bis 1804 markieren eine radikale Zeitenwende. Diese unterscheidet sich grundlegend von den vielen politischen Zeitenwenden typischer Art, die unter dem revolutionärem Ruf "der Fürst ist tot, es lebe der Fürst" als Purzelbaum von Herrschaftsverhältnissen bildhaft zusammengefasst werden können. Politische Zeitenwenden finden stets auf demselben Boden statt, auf denen die Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden vor- und nach der Zeitenwende unverändert sind. Das gilt auch für Zeitenwenden, in deren Verlauf der Boden vom Staat annektiert wird. Derartiges mag radikale gesellschaftliche Auswirkungen haben, eine radikale Zeitenwende stellt eine Annektion von Boden aber nicht dar: Grundbücher müssen lediglich umgeschrieben werden.

Ein markantes Beispiel dafür erkennt der Autor in der Russischen Revolution. Gehörte der Boden vor der Revolution Großgrundbesitzern oder der Kirche, gehörte er danach staatlichen Kolchosen oder dem Staat der Sowjets. Man wird zwar einwenden können, dass diese Beschreibung auch für die Zeitenwende der Französischen Revolution behauptet werden kann: Als Lehen wurde der Boden vor der Revolution vom Klerus oder vom Adel verwaltet und nach der Revolution in das private Eigentum von Bürgern überführt. Das mag ähnlich klingen, und doch sind es völlig verschiedene Klänge, die auch auf andere Kompositionen hinweisen. (diese völlig unterschiedlichen Kompositionen werden in den nächsten Tage auch an dieser Stelle weiter beschrieben; letztlich handelt es sich um eine Zusammenfassung des Buches "Ende der Revolutionen").

Um die Bedeutung dieser Zeitenwende zu verstehen, helfen ein paar grundlegende geschichtliche Fakten, die im Folgenden durch Hörbücher und Filme vorallem für die jugendlichen Leserinnen und Lesern hier zusammengestellt werden. Ein schwieriges Unterfangen, weil die Überlegungen über herrenloses Land so gar nicht dem Zeitgeist entspricht. Der Autor sichtet derzeit noch geeignetes Material -das eigene Buch ist noch nicht veröffentlicht- und stellt hier zunächst ein paar kurze Youtube-Filme vor.

Hier ein Hörbuch zum Mittelalter .

Videos, hier zum Beispiel ein Video zum Leben im Dorf im Mittelalter, als der Boden noch keine irdischen Eigentümer kannte. Der Boden wurde besetzt und entsprechend galten Besitz und Besitzansprüche. Der Satz, "dieser Grund und Boden ist mein Eigentum" hätte im Mittelalter vielleicht ein Narr sprechen können, aber selbst solcher hätte derartiges nicht ohne Weiteres denken können. Gedanken gründen bekanntlich auf der Sprache und diese ist natürlich die herrschende Sprache der Zeit, in der sie ausgebildet wurde. Auch hier ein kurzer Film zum Leben im Mittelalter.

Ebenfalls hier ein Link zur Gesellschaft im Mittelalter 

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