Leben in Netzwerken
Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist aber Gott, was Gottes ist“ oder über die Dialektik

Bürgerlicher Staat < -------- > Menschliche Gesellschaft

Der Mensch lebt nicht allein. Unabhängig wie jemand denkt oder glaubt zu denken, er lebt in Netzwerken. Wir wissen nicht, weshalb die Natur das beim Menschen so eingerichtet hat. Jedes menschliches Leben beginnt normalerweise behütet und geschützt im kleinsten Netzwerk Mutter, Vater,Kind;normalerweise und natürlich sollte das gelten. Aber in den postmodernen Zeiten beweisen sich Männer immer öfters als wahre Egoisten und glauben, in einer Konsumgesellschaft als „Nestflüchter“ besser leben zu können. Mütter flüchten in der Regel nicht, außer sie haben besondere Gründe und legen in diesem Fall das Kind in eine Babyklappeoder, falls beide Eltern glauben, egoistische Gründe zu haben, übergeben sie das Neugeborene einem Findelhaus, was heute jedoch seltener vorkommt. eute handeln staatstragende Menschen mit Neugeborenen und Jugendlichen und machen besser ein Geschäftsmodell daraus.

Der Staat kümmert sich um die Nestflüchter und Findelkinder und gestaltet die Rahmenbedingungen für das Geschäftsmodell Humankapital.

Auch um das kleinste Netzwerk Mutter und Kind oder Vater und Kind kümmert er sich wie im Fall, wenn das Kind ganz und gar verlassen wurde. So ist dieses kleinste Netzwerk ohnehin in der Obhut des Staates und damit sehr gefährdet, vorallem wenn Menschen wie etwa aufgeklärte Großeltern, Freunde und Verwandte fehlen. Sie sind dann dem gewaltigen Netzwerk Staat allein ausgeliefert.Dieses nutzt inzwischen die Corona-Pandemie aus, um selbst in den noch verbliebenen Familien die Stelle des abgeschafften Familienoberhaupts einzunehmen und setzt sich kraft des bürgerlichen Rechts selber als Familien-Obrigkeit an dessen Stelle.

Das war vor Beginn der bürgerlichen Revolution, die im 15. Jahrhundert vorbereitet und mit Beginn der Bauernkriege bereits ausbrach, noch anders. Der Klerus unterhielt Zufluchtsstätten in Abgrenzung zum Herrschaftsbereich der Fürsten und des Adels vor. Luther zum Beispiel flüchtete in ein Augustiner-Kloster, um sich dem Zugriff der Obrigkeit zu entziehen. Über das Kirchenasyl schrieb er sein erstes Buch, das er zunächst noch anonym verlegte. Erst als dieser protestantische Wortführer der Fürsten und des Adels sich vor dieser Obrigkeit sicher fühlte, erschien sein Buch unter einem akademischen Titel, eingefasst mit seinem Namen, der damals noch Lutter hieß: Doctoris Martini Luttherij Ordinarius: Er wurde in seiner Klosterzelle während er dieses Buch verfasste zu dem, wie heute noch über ihn berichtet wird: Ein der weltlichen Obrigkeit bedingungslos gehorchender Augustinermönch. Nur dem Pontifex Maximus gehorchend wirkten hingegen viele Katholiken als eigensinnige Netzwerker. Klöster boten in allem Zeiten Zuflucht für Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und boten nicht nur diesen, sondern auch kranken Pilgern Zuflucht und eine gesicherte Herberge an.

Rund 300 Jahre später, nach dem Höhepunkt und der Krönung des bürgerlichen Kaisers der Franzosen Napoleon I., haben die im Lauf dieser bürgerlich paulinistischen Revolution entstandenen diversen Kirchen und humanistischen Organisationen im Wettstreit mit dem erfolgreichen revolutionären Projekt der Knechte Paulus, Knecht Jesus Christus, dem „ bürgerlichen Staat“, vermehrt konkurrierende Netzwerke aufgebaut und diese auch lange Zeit unterhalten. Heute ist es um diese alternativen Netzwerke still geworden. Sie wurden inzwischen, wie alle gesellschaftlich alternativen Netzwerke, unter staatliche Vormundschaft gestellt.

Ihr revolutionäres Subjekt, das seelenlose bürgerliche Recht, sorgte mit den in diesem Subjekt bereits angelegten temporär faschistischen Eingriffen in bestehende Rechtsverhältnisse, dass jeder Angriff auf ihr abstraktes Subjekt abgewehrt wird, falls es politischen Gruppierungen gelingt, dieses zu bedrohen.

Dann wurden die Schläger und Mörderbanden losgelassen, sei es durch Notverordnungen, Ausnahmeverfügungen oder ganz ohne Rückversicherung: Gottlose skrupellose Menschen, in deren Köpfen entweder mittels Phrasen von Nation und Rasse längst die eigene natürliche Entwicklung der menschlichen Vernunft restlos manipuliert war oder ängstliche obrigkeitshörige Protestanten, die durch einen Befehl staatlich angestellter Kommandanten angewiesen wurden, erledigten die Sache. An dieser Stelle sei an Max Weber erinnert, der den Faschismus in der protestantischen Ethik als protestantisches Phänomen frühzeitig antizipiert hat. Selbst Netzwerke, in denen sich Antifaschisten zusammenfinden, wollen das heute lieber anders sehen und bemühen sich, den Faschismus lediglich als abgeschlossenes epochales Ereignis darzustellen, das lediglich politisch künftig abgewehrt werden müsse.

Sie werden künftig immer weniger gebraucht. Das leblose revolutionären Subjekt der Bürger errang während der Corona-Pandemie für seinen Staat einen vermutlich bahnbrechenden letzten Sieg über die menschliche Vernunft. Die obersten Richter des Staates verwarfen den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung, den Mitglieder der Neri-Gesellschaft einreichten, um gemeinsam die Eucharistie an Ostern unter Beachtung aller Vorsichtsmaßregeln im kleinsten Kreis vor einem Tabernakel feiern zu können. Dieses Urteil vertieft die Kluft zwischen Kirche und Staat und es bleibt beim Status quo: Napoleon hatte mit dem Konkordat vom 15. Juli 1801 die Unterschrift des Pontifex Maximus erzwungen, der damit die Fakten einer Französischen Republik anerkannte. Eine Anerkennung der bürgerlichen Verfassung indes blieb aus. Das Angebot des französischen Staates im Jahr 1905, dass mit der Annahme der Verfassung im Gegenzug der Klerus wieder die direkte Verfügungsgewalt der eingezogenen Kirchengüter erhalten könne, beantwortete Pius X mit der Enzyklika „Vehementer nos“ und verdammte die Trennung von Staat und Kirche. Diese Trennung wurde zum ersten Mal von den Kommunarden in Paris während der Tage der Commune im Jahr 1871 verkündet und wurde schließlich am 9. Dezember 1905 mit den „Loi Combes“ in der Französischen Nationalversammlung ohne den Segen des Papstes verabschiedet. Für den Pontifex Maximus stand fest, dass das Gut Gottes höher steht als die irdischen Güter. Hier liegt der fundamentale Unterschied zu den protestantischen Kirchen: Der Staat zwingt zwar die katholische Kirche unter ihr bürgerliches Recht, die Anerkennung des bürgerlichen Rechts hingegen, die Annahme ihrer juristischen Verfassungen, wird dem bürgerlichen Staat versagt.

Heute steht in allen Ländern ein den nationalen Besonderheiten angepasstes bürgerliche Recht über dem vorstaatlichen Naturrecht des Menschen. Überall dort, wo das Geld konvertierbar mit dem amerikanischen Dollar ist, zwingt der Staat die Menschen unter das Vertragsrecht, dem auch der Grund und Boden unterworfen ist.

Wir wissen nicht genau, weshalb diese Rechtsidee dermaßen unter sozial völlig ungleich lebenden Menschen erfolgreich sein konnte. Vielleicht, weil sie sich der natürliche Angst bediente, mit der jeder gesunde Mensch von Geburt an und natürlich ausgestattet ist. Aus dieser Angst entwickelt sich leicht ein Egoismus, wenn dem Kind nicht verständnisvolle Eltern beiseite stehen und diese das Kind behutsam und beschützt in die Gemeinschaft mit Anderen einführen. Wir wissen heute, dass das bürgerliche Rechts sich wesentlich wirksamer als Menschenbildner erwies, als lebendige menschliche Gemeinschaften. Allerdings muss immer und nachdrücklich hinzugefügt werden: Das Recht bediente sich von Anfang an der Gewalt. Zuerst wurde es mit Hilfe von Söldnerheeren im Dreißigjährigen Krieg, danach in den napoleonischen Kriegen und zuletzt in zwei verheerenden Weltkriegen durchgesetzt. Viele Kriege sind hier noch ausgelassen, denn jeder weiß, welche Bedeutung das Militär in der Durchsetzung des bürgerlichen Rechts noch heute hat. Mit der Verfügung der Mächtigen über Massenvernichtungswaffen und ihrer definitiven Ansage, diese skrupellos zu verwenden, wenn ihre Politik der „mutually assured destruction“ gefährdet wird, erweist sich das bürgerliche Recht als armseliger Rest eines Protestantismus, der an seinem Ende angekommen ist. Diese Mahnung mag seine Wirkung entfalten, Anerkennung durch alle Menschen aber erfährt sie nicht. Ein armseliger, ein menschenverachtender Sieg des bürgerlichen Rechts. Noch schrecklicher als das Wissen um die Massenvernichtungswaffen aber ist, dass der Staat inzwischen in den Köpfen eines Großteils der Menschen ist. Dagegen hilft nur eine in nichtstaatlichen Bildungsnetzwerken verankerte Aufklärung künftiger Generationen von Menschen.

Nichtstaatliche Netzwerke sind weder antistaatliche noch staatsfeindliche Netzwerke! Der Begriff nichtstaatlich muss völlig natürlich und dialektisch verstanden werden. Staat und Nicht-Staat, absolute Gegensätze, die sich weder versöhnen (→ Religion) noch aufheben (→ Sozialismus, → Faschismus) können. Dieser natürliche Gegensatz kann nur umschlagen in eine höhere Form, in ein höheres Gut, in eine zivile Gesellschaft.

Diese zivile Gesellschaft wäre dadurch gekennzeichnet, dass der Grund und Boden wieder in das Eigentum der Natur zurückgeführt ist. Mit der Änderung des Sachenrechts des Bürgerlichen Gesetzbuches wäre über den Raub der Allenden Recht gesprochen: Diese wären wieder in die Selbstverwaltung der die Allmenden nutzenden Menschen gelegt und die Dialektik, die durch diesen Raub im 16. Jahrhundert wirksam geworden war, wäre aufgehoben.

Die noch verbliebenen Netzwerker kirchlicher und humanistischer Gemeinden sollten sich heute fragen, an welchen Netzen sie eigentlich noch knüpfen; die staatliche Bevormundung lässt ihnen keinen nennenswerten Spielraum mehr und durch die heute verpflichtenden Ziel- und Leistungsvereinbarungen setzt sich der bürgerliche Staat auch in den letzten noch verbliebenen Nischen gesellschaftlichen Lebens, der freien Schulen, der freien Theater etwa, mit totalitären Mitteln durch. Werden zum Beispiel freie Schulen als Netzknoten eines alternativen Netzwerks eingerichtet, werden diese zwar geduldet, müssen sich aber als Ergänzungsschulen der staatlichen Aufsicht und staatlichen Lenkungsmethoden unterwerfen. Alle gesellschaftlichen Aktivitäten von Menschen werden inzwischen vom Staat beaufsichtigt, müssen angemeldet und ein Verantwortlicher muss sich stellen und seine persönliche Unterschrift unter einen Vertrag wird zwingend. Wo ist der öffentliche Schrei? Wo ist der Protest?

Die modernen Phrasen lauten: Der Staat habe das Recht zu diesen Maßnahmen, denn er würde ja finanzielle Zuwendungen für alternative, gar freie Netzwerkinitiativen bereitstellen. Wie bitte? Hören wir Nietzsche zu:: Geklaut hat er das Geld und spielt sich danach noch als Gönner auf. Hat er eure Zustimmung zu den Steuern, die er erhebt, eingeholt? Ihr wendet ein, dass er diese nicht direkt, aber doch indirekt über die Menschen, die in freien Wahlen bestellt und von ihm ausgehalten werden, eingeholt habe? Huren sind es. Freie Wahlen? Wurden die Menschen gefragt, ob sie dieses System der freien Wahlen überhaupt wollen? Verordnet hat´s er, ausgerufen hat´s er. Gottloses Gesindel hat sich dieses System ausgedacht. Hört auf mit diesem Geschwätz. Studiert besser die Geschichte, wie dieser moderne verlogene Götze zur Macht kam.

Das Vertragsrecht, das bis zu den modernen Staatstheoretikern nur unter Gleichen galt, wurde perfide genutzt, um Ungleiches zusammen zu schmieden: In dieser unheilvollen Verbindung besaß der eine Part den Kopf und der andere das Schwert.

Selbst privaten Zusammenkünfte von Menschen werden neuerdings vom Staat in diese unheilvolle Verbindung gezwungen und die Widerspenstigen werden mit Bußgeldern gespenstig gemacht. Das Urteil des Verfassungsgericht vom 10. April 2020 setzte dem seit einigen Jahren bereits öffentlichem postfaschistischem Treiben des Staates, das mit dem Angriff der Nato auf die Bundesrepublik Jugoslawien begonnen hat, die Krone auf: Die Vision von Alfredo Rocco, Justizminister unter Benito Mussolini, ist längst Wirklichkeit geworden. Alles was nach diesem Urteil folgt, wird die Gesellschaft noch tiefer spalten. Der Aufruf der Bischöfe kann nicht nur als eine Revolte gegen die Passivität des Pontifex Maximus und anderer katholischen Bischöfe während der Corona-Pandemie gewertet werden. Richtig formuliert der Aufruf bereits zu Beginn; er wird die Menschen erreichen, die guten Willens sind. Der Pontifex hätte nach dem 10. April nicht schweigen dürfen. Ob die übrigen Menschen weiterhin schweigen und undifferenziert den staatlichen Maßnahmen zustimmen, ist trotz der behaupteten 93% Zustimmung nicht mehr ausgemacht. Weshalb der Aufruf der Bischöfe allerdings zur Zustimmung einer Unterschrift des Zustimmenden bedarf, wissen vermutlich nicht einmal die Bischöfe selber; da sind sie schwach geworden und ihr Gott hat sie wohl mit all seinen guten Geistern verlassen.

Indes schreitet die Exekutive fort und überschreitet völlig unbeherrscht weiter alle bisherigen natürlichen Grenzen. Wer auch sollte sie heute noch beherrschen? Ihre Urheber? Die Oligarchen?

(Vorläufiger und noch unbearbeiteter spontaner kursiv gestellter Text) Die Oligarchen und die Vertreter der Exekutivorganen des Staates, denen Kabinette samt Kanzler*innen vorstehen, haben sich längst entfremdet und strategische informelle Netzwerke, wie etwa der Atlantik-Brücke, können zuverlässig die inzwischen divergierenden Interessen der Oligarchen nicht mehr garantieren. Die Interessen der Oligarchen divergieren zunehmend zwischen den Fraktionen des Finanz- und des Produktivkapitals. In diesem fundamentalen Gegensatz konnten sich die Vertreter der Politik zunehmend etablieren und dies führt zwangsläufig zu einer zunehmenden Autonomie des Politischen. Das seelenlose Recht des Götzen Staat bestimmt die Verkehrsformen auch in ihren Kreisen. Ihre Monstranz ist auch dort das Eigentumsrecht an Grund und Boden und solange ihr Götze herrscht, werden sich die Verhältnisse nicht ändern. Wegen den weltweit gefallenen Profitraten im Produktionssektor wird der Dienstleistungssektors weiter weltweit aufgebläht werden und die Bevormundung des Menschen durch staatliche Behörden und durch private staatlich konzessionierte Dienstleister wird zunehmen. Der Anachronismus, den heute das Eigentumsrecht an Grund und Boden darstellt, wird den Verbrennungskapitalismus nicht nur aufrecht erhalten, sondern weiter anfachen und eine Rückkehr zu einem stabilen Kohlenstoffdioxidkreislauf dauerhaft verhindern. In der unheiligen Allianz mit den exekutiven Kadern der politischen Apparate ist deshalb kein Aufbau einer Zivilgesellschaft möglich. Das durch die politische Verfassung gesicherte Recht auf Privateigentum an Boden gestattet, dass willfährigen Juristen es immer gelingen wird juristisch jeden Versuch, die Verhältnisse mit Hinblick auf sozialere Verhältnisse, die wenigstens ansatzweise politisch verändert werden könnten , abzuwehren. Sozusagen selbst-generierend und gesichert auf dem Recht auf Privateigentum an Boden, werden sich stets faschistische Formen als Ultima Ration mit rechtsstaatlichem Rahmen durchsetzen. Eine Korrektur ist, solange es dieses bürgerliche Recht gibt, nicht möglich. Würde eine Korrektur politisch versucht werden, wäre die Balances of Power gestört, der Beistandspakt würde wirksam werden und die Militärs wären – durchaus mit bürgerlichem Recht und damit Rechtsstaatlich - auf den Plan gerufen.

Den durchaus vernünftigen Regelungen in Zeiten der Corona, dass Menschen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, die Vorsichtmaßregelungen des Staates befolgen sollen, ist angesichts der Gefahren dieser Corona-Pandemie für die Sicherheit von Menschen nichts hinzuzufügen. Aber dass Menschen, die wissend um die sich ausbreitende Corona-Pandemie und ihrer Gefahren, privat und sich abschirmend von der Öffentlichkeit, ihr Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen und dafür von staatlichen Stellen belangt werden, ist Ausdruck des Wirkens eines faschistischen Staates. Diesen Anordnungen wurde gerade mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 10. April 2020 Rechtsstaatlichkeit verliehen. Als Nachtwächterstaat empfahl er sich vor, zum 24-Stundenstaat entwickelte er sich nach dem Höhepunkt der paulinistischen Revolution, die gemäß Dekret des Imperators Napoleon Bonapartes am 13. Dezember 1799 enden sollte. Sie endete aber nicht und nur wenige Intellektuelle durchschauten die Inszenierung des ehemaligen Jakobiners. Auschwitz folgte und der Genozid ist seit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki bürgerliches politisches Kalkül: Keiner soll te sich hier täuschen.

Galt vor der Französischen Revolution zum Beispiel noch ein Naturrecht auf Asyl, ist dieses natürliche Recht danach abgeschafft und in ein politisches Recht auf Asyl transformiert worden. Über die Tauglichkeit dieses Rechts geben nicht nur Julian Assange und Edward Snoden Auskunft. Tausende Menschen, die bereits einmal einen Antrag auf Asyl gestellt haben, könnten hier Auskunft geben. Die Zeitungen berichten wenig darüber. Aber jeder weiß es, wenn er es wissen will: Hier legt die Exekutive den Verwaltungsrichtern die Regeln vor. Seine Repräsentanten lassen auch keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass der Staat für politisch Verfolgte keine rechtsfreien Räume in den bürgerlichen Gesellschaften als vorübergehende Schutzräume anbieten wird und es diese Räume generell nicht geben darf. Ausgerechnet Russland erweist sich in diesen schrecklichen Zeiten als Schutzmacht der Verfolgten. Selbst das noch während der Epoche des öffentlichen Auftretens der Faschisten Abseits als politischer Ort, wird künftig immer schwerer aufzusuchen zu sein. Edward Snoden belegt diese These zur Genüge.

Für die Zukunft auf unserem Planeten sind aber heute derartige Räume und alternative Netzwerke entscheidend, in denen politisch Verfolgte und Naturschützer Zuflucht und der junge heranwachsende Mensch geschützt lernen kann; denn unabhängig von politischen Wahrnehmungen gilt immer:

Eingebettet in Netzwerken reift das Kind und wird Mensch. Eingebettet in Netzwerken schärft der Mensch seinen Intellekt.

Für den Reifungsprozess des Nachwuchses in der heutigen Zeit kann im Besonderen angeführt werden, was Ernst Bloch in der Pädagogica zur staatlichen Einmischung der Menschen in die Erziehung in der Moderne geschrieben hat: „ Da sind an ihm die vielen selbstischen Triebe und die unverhüllte Art, sie zu zeigen. Sie muss verhüllt werden, das Kind lernt Benehmen. Da sind die vielen ineinandergreifenden Strebungen im jungen Menschen, die übermäßigen Wünsche, oft wechselnden Absichten, noch undeutlich gerichtet. Sie werden freilich meist nur abgerichtet, in der Volksschule selbstverständlich anders als in den höheren, Angestellte und noch Besseres vorbereitenden Anstalten. Wenige Jahre haben das Kind, das vor kurzem noch in vorgeschichtlichem Fruchtwasser schwamm, auf die Höhe der Zeit zu bringen. Das ist: auf die Höhe der vorhandenen Eltern und Lehrer und vor allem der bürgerlichen Gesellschaft. Zu der der Geborene auftaucht, in die der Jugendliche hineinwächst und für die er ein so bequemes wie nützliches Mitglied werden soll.“ Ernst Bloch schreibt diese Zeilen und sein Prinzip Hoffnung machen diese deprimierenden Zeilen erträglich. Dieses mächtige staatliche Netz, das die Verhaltensweisen der Menschen extrem manipuliert und das Ernst Bloch studiert hat, taugt jedoch nicht, um daran irgendwelche Hoffnungen anzuknüpfen. Dafür bedarf es der Schaffung völlig anderer und vor allem nichtstaatlicher Netzwerke.

Es ist menschlich, dass in Sorge und Mitgefühl um das Neugeborene sich Menschen als Menschenbildner auch im elementaren Netzwerk Familie betätigten. Die bereits erworbenen Lebenserfahrungen der Großeltern und übrigen Familienmitglieder sollten das Neugeborene und die jungen Eltern schützen. Diese aber lasten oft dermaßen auf den Neugeborenen, dass diese Neugeborenen das unbeschwerte Atmen in keinem Moment ihrer Kindheit kennenlernen. Der Reifungsprozess wird durch oft völlig unreflektierte Vorstellungen dieser „helfenden Hände“ nicht nur gehemmt, er wird mitunter dermaßen verändert, so dass dieser Prozess bereits früh direkt in einen Faulungsprozess übergehen kann, an dem der spätere Erwachsene ein Leben lang leiden würde, wenn keine alternative Netzwerke ihn aufnehmen und ihm Hilfe anbieten. Es könnte in diesen Fällen helfen, wenn die Netzwerker, die eigene nichtstaatliche Netzwerke unterhalten oder neue Netzwerke neu knüpfen, diese Menschen suchen. Es entspräche einem antichristlichem Apostolat und in ihren Netzwerken sollten einige grundsätzlichen Regeln beachtet werden. So sollte für das zentrale Netzwerk Bildung eine Bildungsplanung kategorisch abgelehnt werden. All diese Menschenbildner, die Bildungspläne unter dem Tisch halten, sollten offen als das entlarvt werden, was sie im Kern sind: Götzendiener des Götzen Staat. Nicht der Mensch leitet ihre Bildungsgedanken, sondern das, was sie glauben, was der Mensch sein, wie er taugen soll; wie er staatlich definiert ist. Der Mensch bildet sich selber und allein die Wissensquellen sollten dafür von Netzwerkern breit und im Sinne von Max Weber wertfrei und didaktisch für die Kinder und Jugendlichen aufbereitet werden. In einem umfassenden offenen Curriculum, das durch keine Fachdisziplinen dominiert wird, sollen dem Heranwachsenden lediglich ein Orientierungsrahmen bereitgestellt werden, der durch Menschlichkeit und Wahrheitsliebe abgesteckt ist. Finanzierungsrahmen, die beispielsweise durch Spenden und aktiver Teilnahme den Unterhalt von freien Schulen, Mensen und Bibliotheken sicherstellen , sollen dermaßen ge- und verknüpft werden, dass der heranwachsende Mensch sich in diesen Netzknoten unbeschwert bewegen und lernen kann. Keine Lehrer, Tutoren wirken als Netzwerker und Professoren.

Früh entwickelte Jan Amos Komensky in seinem Hauptwerk „De rerum humanarun emendatione consultatio catholica“ um die Mitte des 17. Jahrhunderts diesen Gedanken, dass Bildung allein der Verbesserung der menschlichen Verhältnisse zu dienen hat. Wenn alle Menschen gleich sind, weil sie in gleicher Weise von Gott geschaffen wurden, dann müssen alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht die gleichen Bildungsmöglichkeiten erhalten. In die Pädagogik ist dieser Gedanke als Brennspiegelmodell eingegangen: Comenius erkennt den Menschen ähnlich eines Konkavspiegels, der die Fülle der Schöpfung in sich aufnehmen solle. Ein pansophisches Verständnis von Wissen: „Alle, Alles auf alle erdenkliche Weise“, solle praktisch und theoretisch in einer Schule, einer „lieblichen Stätte der Menschlichkeit“ erworben werden, auf der durch Gott begründeten Grundlage der Gleichheit der Menschen .

Dieser katholische Gedanke setzte sich bei den bürgerlich-protestantischen Aufklärern nicht durch. Comenius verband seine Lehre noch mit leidenschaftlichen Friedensappellen, die 70 Jahre nach Luthers Tod von den Protestanten nicht mehr gehört wurden. Luthers Botschaft, dass „so wunderliche Zeiten [jetzt sind], dass sich ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser als andere mit Beten“, prägte die Zeit vor und nach Comenius und verwüstete Europa zunächst im Dreißigjährigen Krieg: Und die Kriege sollten nicht enden.

John Locke wollte noch zu Lebzeiten von Comenius die Seele des Kindes als „tabula rasa“ erkennen. Als Eiferer eines protestantischen Paulinismus sah er in der Erziehung dieser hilflosen neugeborenen Geschöpfe die Möglichkeit, mit der Ausbildung unter Leitung des Heiligen Geistes eine protestantische Persönlichkeit zu formen, ähnlich einem Töpfer, der den Charakter seiner Figuren, die Figur selber aber noch nicht vor sich hat. Jean-Jaques Rousseau lieferte anschließend sehr konkret diese Figur in seinem Erziehungsroman „ Emile“, über dessen Charakter der Leser sich besser selber seine Gedanken und ein Bild machen soll. Das Buch liegt vor, ist Dokument und schon ein kurzer Auszug belegt, wohin die Erziehung im paulinistischen Glauben führen soll:

„ Ob er sich beschäftigt oder belustigt, gilt ihm gleich. Seine Spiele sind Beschäftigungen; er kennt zwischen ihnen keinen Unterschied. An allem was er unternimmt, geht er mit einem Interesse, welches uns ein Lächeln abnötigt, und mit einer Freiheit, die uns wohltuend berührt, da sich uns darin zugleich die Richtung seines Geistes wie der Umfang seiner Kenntnisse kundgibt. Ist nicht der Anblick dieses Alters ein liebliches Schauspiel? Ist es nicht reizend, ein hübsches Kind zu sehen mit lebhaftem und munterem Auge, zutiefst heiterer Miene, offenem lachenden Gesicht, das unter seinen Spielen die ernstesten Sachen verrichtet oder unbedeutende Spielereien mit dem größten Eifer betreibt? Habt ihr Lust, ihn nun auch nach einem Vergleich mit anderen zu beurteilen? Bringt ihn in einen Kreis anderer Kinder und lasst ihn gewähren. Ihr werdet bald sehen, welches das wahrhaft gebildetste ist und sich der Vollkommenheit dieses Alters am meisten nähert. Unter den Stadtkindern ist keines gewandter als er; aber er übertrifft sie alle an Stärke. Mit den Bauernkinder nimmt er es an Stärke auf, während er ihnen an Gewandtheit überlegen ist. Über alles, was nicht über die kindliche Fassungskraft hinausgeht, schließt, urteilt und sieht besser voraus als sie alle. Gilt es etwas zu unternehmen, zu laufen, zu springen, schwere Gegenstände aus dem Weg zu schaffen, Wasser aufzuheben, Entfernungen zu schätzen, Spiele zu erfinden, Preise davonzutragen, dann gewinnt es fast den Anschein, also ob sich die Natur seinen Befehlen füge, so leicht weiß er alles seinem Willen zu unterwerfen. Er ist zur Leitung und Führung seiner Spielgefährden wie geschaffen; das dazu nötige Recht und die Autorität werden bei ihm durch Talent und Erfahrung ersetzt. Gebt ihm jedes beliebige Kleid, jeden beliebigen Namen, darauf kommt wenig an, er wird sich überall zum Führer, zum Haupt der anderen aufwerfen; sie werden stets seine Überlegenheit herausfühlen. Ohne befehlen zu wollen, wird er der Herr sein; und sie werden, ohne sich darüber klar zu werden, gehorchen. (Emile, Anaconda, S.280)

De libero arbitrio !

Der Mensch muss sich entscheiden.

Comenius oder Rousseau

Katholizismus oder Paulinismus/Protestantismus

Es gibt kein dazwischen, kein sowohl als auch. Es gibt nur eine Koexistenz dieser völlig verschiedenen Welten. Die Natur ist nicht teilbar. Friedlich sollten sich die Protestanten wenigstens gegenüber denen verhalten, die mit ihnen in der Natur leben müssen, die von den Protestanten beansprucht wird und die sie als Friedensverfertiger zum Frieden zwingen wollen. Aber es wird keinen Frieden geben, solange die Natur von ihnen beherrscht wird.

Die Entscheidung, in welchem Lager man selber leben will, ist deshalb immer eine weitreichende persönliche Entscheidung des liberi arbitrii.

Die Welt, in der wir leben müssen, ist allen bekannt. Über sie muss nicht geschrieben werden. In einem schrecklich dumpfem Takt werden die Nachrichten immer kürzer: Blutbad, Party, die Worte des Vorsitzenden, Fußball und das Wetter. Der Mensch wird formiert wie das heiße Eisen unter dem Hammer.

Über die anderen Welt muss geschrieben werden. Sie liegt nur als Entwurf vor, obwohl seit Jahrhunderten geschrieben. Denjenigen, der die Botschaft für ein menschliches Netzwerk öffentlich einmal predigte, haben sie ans Kreuz genagelt; er musste sterben. Aber seine Predigten haben Menschen, die mit ihm lebten, den Nachkommen erzählt und Matthäus und Lukas haben seine Predigten aufgeschrieben. Als Evangelien liegen sie uns heute vor.

Viele Menschen fürchten sich vor diesen beiden Evangelien, die von einer Welt erzählen, in der kein Mensch über den anderen herrscht, sondern das Leben friedlich und einer Suche nach Gott gleichen soll. Eine Suche nach einem Schöpfer, der die Natur geschaffen habe und über allem als ein barmherziger Gott walten soll. Spätestens wenn der Mensch erwachsen wird, sehen, schmecken, riechen und hören kann, das Sichtbare in Begriffen erfährt und selber mit den Begriffen sprechen gelernt hat, muss er angesichts der Schrecken, die er jetzt überall auf der Welt wahrnehmen kann, an einem Schöpfergott zweifeln, sonst wäre er kein Mensch und würde mehr dem Tier gleichen. Aber er ist Mensch und diejenigen, die alles unternehmen, auf viele Bequemlichkeiten verzichten, um diesen Schöpfergott zu finden behaupten, dass dieser Schöpfergott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen habe. Das Absurde an dieser Behauptung kann die Neugierde des Menschen, das Absurde zu verstehen, zur Leidenschaft werden lassen: Wenn Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, könnte er ihn finden, wenn er ihn sucht.

Natürlich erkennt der Mensch das Absurde in dieser Behauptung, aber er kann sich für die Suche entscheiden. Er kann das Leben in der wahrnehmbaren Welt als Strafe interpretieren, ähnlich wie Sisyphos zur Strafe von den Göttern verurteilt wurde, sinnlos immer wieder den Stein zu rollen. Aber wie Albert Camus sich seinen Sisyphos als glücklichen Menschen vorgestellt hat, können auch wir uns als glückliche Menschen wahrnehmen, wenn wir auf der Suche sind: Ein Leben im Absurden, aber entschieden durch den eigenen freien Willen.

Nicht nur in den kurzen Momenten, indem der Mensch als ausgewachsener Fötus aus der Gebärmutter verstoßen wurde und in diesem einzigartigen Moment mit allen anderen Föten gleich war und wie er auch zuletzt, wenn sein Leben endet und er wieder im Moment des Sterbens mit allen gleich wird , kann er, solange er lebt, sich für den Kampf um Verkehrsformen entscheiden, in denen sich die Menschen zwischen diesen Momenten weiterhin als Gleiche begegnen und als Netzwerker neben dem verordneten und verwalteten Leben am Aufbau und der Betreuung bereits bestehender nichtstaatlichen Netzwerkknoten mitzuwirken. So könnte ein zweites, alternatives Netz dauerhaft aufgespannt werden, in dem der Mensch seine Gleichheit mit anderen und die Freiheit zu handeln bewusst erleben kann. Die Hoffnung kann lebendig gehalten werden, dass irgendwann die Obrigkeit abtreten und einer zivilen Gesellschaft Platz machen wird, weil ein „weiter so“ die übrigen Menschen angesichts des Klimawandels immer weniger überzeugen und die Prinzipien der Gleichheit und Brüderlichkeit dem Prinzip einer installierten Obrigkeit den Vorzug angesichts der Not in der Welt geben und entsprechend irgendwann ihr Wahlrecht zur Verwirklichung einer zivilen Gesellschaft nutzen wird. Ein Netzwerk, in dem die Ordnung und der Frieden unter den Menschen oberste Priorität hat und der Boden der Erde dem Eigentum der Menschen entrissen und der Natur wieder übereignet wird.

Dieses Netzwerk gilt es zu knüpfen.

Das andere Netzwerk, das immer da sein wird solange es Menschen gibt, die das göttliche Prinzip der Gleichheit ablehnen und sich heute mit einer juristischen Gleichheit begnügen und sich allein durch das Recht behaupten, muss nicht geknüpft werden. Es ist feinmaschig über Jahrtausende geknüpft worden und ihm kann sich der Mensch gar nicht entziehen. Diesem Netzwerk wird er unterworfen: De servo arbitro, wie Luther das geschrieben hat: Vom geknechteten Willen, Paulus, Knecht Jesus Christus. Aber wir müssen diesen Christus nicht anerkennen.

In dieser paulinischen Welt, in der sich die Menschen, ohne überhaupt gefragt zu werden, einer Obrigkeit unterwerfen müssen und diese Menschen dieser Unterwerfung sogar durch politische Wahlen von Parteien regelmäßig zustimmen, ihre Unterwerfung damit ausdrücklich mit dieser Wahl freiwillig anerkennen, bleiben die Menschen unter sich und bilden eine politische Gemeinschaft.

Diejenigen, die wissen, dass die Menschen alle gleich sind, müssen ihr Netzwerk unabhängig vom staatlich erzwungenen Netzwerk knüpfen und entfalten. Gewöhnlich wird dies als Koexistenz verstanden und die Bitte an die Friedensverfertiger der paulinistischen Untertanen ist nur, dass sie ihren Christus für sich behalten. Wahrhafte Koexistenz: Wir aber wollen uns selber erlösen, mehr bedarf es nicht.

Eine Renaissance dieser Gedanken ist notwendig, die in den Jahren als die Nazoräer gelebt haben, schon einmal verbreitet waren und bis heute in einem antiklerikalen Katholizismus überwinterten. Dass diese Gedanken da sind und immer wieder sichtbar werden, dafür sorgt er, der hegelsche Maulwurf.

Die Konstruktion eines vom Klerus unabhängigen Netzwerkes, das bereits entwickelte lokale Netzwerke berücksichtigt und Schnittstellen anbietet, soll im Folgenden versucht werden.

Mit der Entwicklung solcher, auf Gleichheit der Menschen gegründeten Netzwerke und einem alternativem Leben in ihm besteht einzige die Chance, den Anstieg der Verbrennungsgase nicht nur zu stoppen, sondern diesen Anteil in der Atmosphäre wieder auf ein natürliches Maß zu senken.

Diese Renaissance des Denkens und Handelns ist heute mehr denn je notwendig, damit der Einzelne sich für ein auf Fakten gegründetes nichtstaatliches Netzwerk entscheiden kann, das nicht auf einen Glauben , sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen gründet und nur ein Dogma kennt: Die Verpflichtung zur Erhaltung der Natur.

Jeder notwendige menschliche Eingriff in die Natur muss kompensiert werden. Das Ziel der Menschen muss sein, dass sie die Erde in einem besseren Naturzustand verlassen dürfen, als in jenem Zustand, in den sie hineingeboren wurden.

Für beide Netzwerke wird weiterhin gelten, was die Sozialwissenschaften empirisch belegen konnten: Das Netzwerk, in das der Mensch hineingeboren wird, bestimmt im Wesentlichen seine Empfindungen, seine Sprache und seine Gedanken. Wohl aber nicht in Allem, sonst könnte vom Ende der Revolutionen gar nicht geschrieben werden.

Das Netzwerk, das sich auf Rousseau, auf John Locke und das sich bis heute als bürgerlicher Staat, verfasst mit dem Code Civil des Imperators und Kaiser der Franzosen Napoleon Bonaparte , durchsetzen konnte, unterscheidet sich gänzlich vom Netzwerken etwa, wie das Comenius sich vorstellte und das auf absolute Gleichheit der Menschen gründet. Es wird höchste Zeit, weitere Knoten dieses Netzes zu knüpfen, damit es wenigstens grobmaschig erst einmal tragfähig wird.

Der Entwicklung dieses Netzwerks ist das Manuskript „Ende der Revolutionen“ gewidmet.

Dieses Netzwerk gründet auf dem als Apophthegma überlieferten Lehrgespräch des Nazareners:

Vom Zinsgroschen

LK 20,20-26
20 Die Gesetzeslehrer* und die führenden Priester* ließen Jesus jetzt nicht mehr aus den Augen. Sie schickten Spitzel zu ihm, die so tun sollten, als ob es ihnen nur um die gewissenhafte Befolgung des Gesetzes* ginge. Die sollten Jesus bei einem verfänglichen Wort ertappen, damit sie ihn an den römischen Statthalter* ausliefern könnten.
21 Diese Leute legten Jesus die Frage vor: »Lehrer*, wir wissen, dass du die richtige Lehre hast. Du lässt dich auch nicht von Menschen beeinflussen, selbst wenn sie noch so mächtig sind, sondern sagst uns klar und deutlich, wie wir nach Gottes Willen leben sollen.
22 Sag uns: Ist es uns nach dem Gesetz* Gottes erlaubt, dem römischen Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?«
23 Jesus durchschaute ihre Hinterlist und sagte zu ihnen:
24 »Zeigt mir eine Silbermünze* her! Wessen Bild und Name ist denn hier aufgeprägt?«
»Das Bild und der Name des Kaisers«, antworteten sie.
25 Da sagte Jesus: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört – aber gebt Gott, was Gott gehört!«
26 So konnten sie ihn vor dem Volk nicht zu einer verfänglichen Aussage verleiten. Sie waren von seiner Antwort so überrascht, dass sie nichts mehr zu sagen wussten.

Derim griechischen Original „ ἀπόδοτε οὖν τὰ Καίσαρος Καίσαρι καὶ τὰ τοῦ θεοῦ τῷ θεῷ“ überliefert Satz ist auch im Matthäus-Evangelium eingebettet:

15 Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, dass sie ihn fingen in seinen Worten,

16 und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen.

17 Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht?

18 Da nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? 

19 Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen.

20 Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das?

21 Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!  

22 Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon. 

Matthäus übernahm diesen Stoff wie Lukas aus dem Markusevangelium (Mk12,13 –17) und beide überarbeiteten ihn stilistisch.

Nachfolgend wird ein Artikel aus dem Wikipedia-Online-Lexikon wiedergegeben. Nicht alles muss selber studiert werden. Viele Menschen wandeln auf demselben Weg und wissen es nur oft nicht.

Lukas setzte folgende Akzente: Die Fragesteller sind „ Leute..., die sich stellen sollten, als wären sie gerecht “ (V.20), sie werden vorgeschickt von den Schriftgelehrten und Hohepriestern   mit dem hier explizit genannten Plan, „ damit man ihn (Jesus) überantworten könnte der Obrigkeit und Gewalt des Statthalters .“ (ebd.)

Da das Matthäusevangelium sich schnell zum Hauptevangelium der römischen Kirche entwickelt hat, ist die  Perikope  „ vom Zinsgroschen“ vor allem in der Matthäus-Fassung rezipiert worden.

Man kann die Perikope daraufhin befragen, ob hier eine Erinnerung an die politische Positionierung des Jesus von Nazareth bewahrt wird. Es war eine explosive politische Lage, die letztlich in den  jüdischen Aufstand gegen die römische Besatzung   mündete.

Da  ἀποdίdωμι   ein  terminus technicus   für das Steuerzahlen ist, kann dem Wort im Munde Jesu kein tieferer Sinn beigelegt werden, als sei seine Meinung, die Steuer sei eine Rückerstattung dessen, was dem Kaiser gehört.

Jesus hat nach  Albert Schweitzers   Deutung mit dem baldigen Anbrechen der Gottesherrschaft gerechnet; der römische Staat gehöre zu den widergöttlichen Mächten, die dann sowieso entmachtet sein werden. Daher versteht er die Antwort Jesu ironisch.  Dieser Jesus ist politisch desinteressiert:

„ Was er [Jesus] über den Staat denkt, liegt klar ausgesprochen in seiner Antwort auf die Frage nach dem  Zinsgroschen , da die Pharisäer ihn fangen wollten (Mark. 12). Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist, das heißt: Religion und Staat haben nichts miteinander zu tun. Wie wollt ihr göttliche Macht und irdische Gewalt zusammenspannen?“

Ähnlich versteht  Klaus Wengst   die Haltung Jesu: als armer Wanderradikaler stellt sich für ihn die Geldfrage gar nicht mehr.

Nach dieser Deutung distanziert sich Jesus von der Zelotenbewegung, ohne sich aber mit der Sache Roms gemein zu machen. Er steuert einen Mittelweg, indem er durch seine Gesprächsführung die Fragesteller auf ihre eigene Inkonsequenz hinweist: sie partizipieren ja am römischen Wirtschaftssystem, da sie römische Münzen in der Tasche haben

Indem im griechischen Text  καί   nicht als „und“, sondern als „aber“ gelesen wird, treten die Ansprüche des Staates und Gottes in einen Gegensatz: da Gott den ganzen Menschen fordert, hat der Kaiser keine Ansprüche mehr zu stellen. Diesem Satz hätte jeder Zelot zustimmen können. Die Perikope sei von den Synoptikern apologetisch entschärft worden, aber der schlichte Sinn, den die Zeitgenossen herausgehört hätten, sei: jede Steuerleistung an den Kaiser sei ein Akt der Illoyalität gegenüber Jahwe; genau das habe Jesus auch gemeint.

Einer Übersetzung mit „aber“ stimmt  Ulrich Luz   grundsätzlich zu: „Es gibt zwar sprachlich keine Indizien, die erlaubten,  καί   anders als in seiner normalsten und verbreitetsten Bedeutung als «und» zu verstehen. Aber aus inhaltlichen Gründen ist  καί   nicht einfach additiv-anreihend, denn es verbindet inhaltlich völlig unvergleichliche Forderungen.“ Diesem Textverständnis folgt unter den deutschen Bibelübersetzungen nur die  Gute Nachricht Bibel : »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, – aber gebt Gott, was Gott gehört!«

In den nächsten Wochen sollen nach und nach die Knoten geknüpft, die zu alternativen Netzwerken führen und bestehenden Netzwerken mit den Merkmalen nichtstaatlicher Netzwerke Anknüpfungspunkte bieten. Entscheidend für das Gelingen ist, dass diese Netzwerke die Merkmale auch aufweisen und damit in der Lage sind, auf menschlichem Vertrauen und nicht auf Gewalt, die letztlich jedes Recht darstellt, geknüpft sind. Netzwerke, basierend auf den moralischen Grundlagen der Evangelien nach Matthäus und Lukas. Let´s begin.

Nach dem ersten bereits erläuterten Grundsatz, dass der Netzwerkknoten „Lernen “ im Netzwerk Bildung einen wie auch immer gearteten Bildungsbegriff ablehnt, sollen weitere Netzwerkknoten ausgemacht und vorgestellt werden, wie Arbeit, Wirtschaft, Nahrungsmittel, Subsistenz, Finanzen, Wohnen, Medizin, Wissenschaft und mit Sicherheit der wichtigste Netzknoten „Vertrauen“. Dieser spielt in allen Netzknoten die entscheidende Rolle und bestimmt am Ende die Tragfähigkeit des gesamten Netzwerkes: Denn dort wo heute das Recht herrscht, gibt es kein Vertrauen und dort wo künftig Vertrauen ist, bedarf es dem Recht nicht . Dort wirken allein Gebote.

Wünschenswerte Netzwerke werden nach und nach hier vorgestellt. Es ist aber unser aller Werk, derartige Netzwerke zu schaffen. Es soll keine Führer und keine Geführten mehr geben.



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