Über den Faschismus


Um die Ideologie des Faschismus postmodernen Typs zu verstehen, muss über den Faschismus insgesamt aufgeklärt werden. Nicht beschreibend, denn mit dieser Methode haben sich Politologen seit Jahrzehnten versucht und kamen nicht sehr weit; eigentlich blieb Vieles im Dunkeln obwohl hundertfach beleuchtet. Das Scheitern, über diese Ideologie verständlich und verbindlich Auskunft geben zu können versteht sich fast von selbst. Jeder weiß zwar, dass der Faschismus etwas mit dem Staat zu tun hat. Ohne den modernen Staat kann es keinen Faschismus geben. Oder anders: Ein Faschist ist auf jeden Fall ein Staatsbürger - nicht der Staatsbürger - und er ist oft erst recht Faschist, wenn er einen anderen Staat fordert und unzufrieden ist mit dem Staat, von dem er sich distanziert, den er beklagt, ihn ungebührlich verhöhnt oder sogar aktiv bekämpft. Zumindest wird das oft behauptet; er wird so verteufelt oder verherrlicht. Vulgär werden Andersdenkende und anders handelnde Menschen als Faschisten beschimpft oder, wie aktuell wieder in Italien, als Faschisten gefeiert, was allerdings genauso als vulgär bezeichnet werden kann.

Natürlich ist auch klar, dass die Feststellungen einer politischen Wissenschaft nicht die Negation des Politischen impliziert, worüber sie ja gerade Auskunft geben will. So kann sie sich als Staatswissenschaft nur bedingt mit dem Faschismus auseinandersetzen. Deshalb wird hier über den Faschismus nicht politologisch, sondern wahrhaft berichtet. Es sind sehr leise Töne, die Konzentration erfordern.

Der Einstieg in das Thema erfolgt ungewohnt mit einem Hörspiel: Günter Eich, die Andere und Ich . Die Zeit, in der sich zwei Menschen zurecht finden mussten, beginnt im Jahr 1910 und dauert bis ins Jahr 1951. Eine Zeit also, in der Ernst Nolte seinen Faschismus verortet und deshalb auch von der Epochialität des Faschismus geschrieben hat.

Der Hörer wird am Ende des Hörspiels vielleicht zwei Fragen stellen: Einmal, was dieses Hörspiel mit dem Faschismus zu tun haben soll, und zum Anderen, warum dieses Hörspiel in den Faschismus postmodernen Typs einleitet.

Anders, allerdings auf den klassischen und allseits bekannten Faschismus bezogen, verweist ein Satz aus der beeindruckenden Rede des Häuptlings Seattle auf das Thema:

Aber wir werden euer Ansinnen überdenken, denn wir wissen, dass die Weißen vielleicht mit Gewehren kommen und sich unser Land nehmen, wenn wir es nicht verkaufen“.

Und dann ist da noch die Geschichte von Paul und seinem Stuhl, die gerade geschrieben wird. Eine Geschichte, die den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum mit leisen unaufdringlichen Tönen noch einmal komponiert. Anders als die bekannten Kompositionen, deren sich das Recht erklärtermaßen bedient: Paul, ein begabter Handwerker hat diesen Stuhl geschaffen, ein einzigartiges Werk, das handwerklich wohl kaum zu übertreffen sein wird. Es war bereits sein fünfter Stuhl, den er heute geschaffen und fertiggestellt hat. Er besitzt ihn, er ist sein Eigentum wie die vier Stühle zuvor. Daran besteht kein Zweifel. Es ist wahr und diese Aussage genügt dem außerordentlich strengen Wahrheitskriterium nach Giambattista Vico. Wenn überhaupt etwas aus dieser unaufdringlich leisen Komposition herausfällt, sie gar verletzt, ist es dieser kurze und als eindringlich zu verstehende Satz: Es ist wahr.

Wie aber soll dann eine Behauptung wie „Eigentum sei Diebstahl“ verstanden werden? Paul kann seinen Stuhl nicht stehlen und er ist sein Eigentum und kein Diebstahl; was für ein Unsinn. Das sei ander gemeint, wird Paul aufgeklärt: wie denn, wird Paul fragen, den für ihn bleibt diese Aussage erst einmal Unsinn. Damit wird sich dieser Text auseinandersetzen und, wie bereits geschrieben, anders als das in den großen Kompositionen der Fall war und oft noch heute der Fall Ist.

Und auch mit Kompositionen, die verstören, wie die von Carl-Friedrich-von Weizsäcker, seiner These vom unkontrolliertem Kapitalismus. Schrille Töne, die dem ungeschulten Ohr weh tun und den Hörer recht dumm am Ende stehen lassen. Das könnte sich allerdings ändern, wenn wir Paul zuhören und bereit sind, ihn zu verstehen.

Die Geschichte von Paul wird auf all diese Töne eingehen. Wir müssen uns Paul als einen einfachen Menschen vorstellen. Als einen Menschen, der noch in der Lage ist beiden, modernen und alten Kompositionen gleichermaßen zuzuhören obwohl er Handwerker und einfacher Mensch ist. (spätestens ab dem 24.11. an dieser Stelle).

Ich habe mich verspätet, ich wurde aufgehalten. Eine Behörde hat mir geschrieben und ich musste reagieren. Die Behörde muss nicht reagieren. Ich war erstaunt als man mir das sagte, dass eine Behörde keine Fristen habe in denen sie entscheiden muss; da gelte ein anderes Recht. Wir sind nicht gleich die Behörde und ich. Da gilt nicht der Gedanke über die Andere und ich obwohl doch beide weibliche Artikel haben. Mein Widerspruch sei abgelehnt und ich könne klagen. Der Gebührenbescheid über 180 € war beigefügt. Die Sache war unerhört und muss gehört werden, ich werde mir Hilfe holen. Die Geschichte von Paul muss warten.

Ich rief an und schrieb E-Mails. Im Verwaltungsrecht kenne ich mich nicht aus also rief ich bei der Verbraucherzentrale an; ich wollte wissen was ich tun kann. Irritiert musste ich zur Kenntnis nehmen, dass diese mich hier nicht beraten darf ob kostenpflichtig oder nur so: das verbiete das Gesetz. Das Gesetz kannte ich nicht und war trotz der Absage zufrieden: So lerne ich wenigstens etwas über die Gesetze, an die ich sonst nicht geglaubt hätte, weil der Fürst doch abgeschafft ist. Die Behörde hat sich also ein Fürstenrecht behalten und diejenigen, die von ihm finanziert werden, einen Maulkorb verpasst; die dürfen nicht beraten.

Dafür gibt es den Markt, er ist noch meist ungeregelt. Ich wollte anrufen, dann aber entschied ich mich zu schreiben; ihr werdet vielleicht einen Beleg fordern. 250 € Erstberatung und 230 € Stundenlohn, das verstehe sich für eine ordentliche juristische Begleitung. Erst dann wolle man mir Bestimmtes über die Fristen sagen und über Erfolgsaussichten beraten. Natürlich bedankte ich mich und verschwieg, dass die Sache mit den Fristen mir längst mitgeteilt wurde; ein Behördenleiter hat mir das über ein Forum mitgeteilt. Immerhin habe ich noch einen Beamten gefunden, der noch menschlich Auskunft gibt. Den Beamten, der meinen Widerspruch abgelehnt hat, habe ich natürlich zuvor auch angerufen. Es war ein Justiziar, so nennen sie sich, man muss schon einen besonderen Titel haben wenn man dem Staat vertritt. Der Vorfall sei doch zu banal als dass man sich streitet, Ob man ihn denn nicht in einem persönlichen Gespräch besser klären könne. Er sagte mir nur ich könne doch klagen, das sei mein Recht.

Die Klage kann teuer werden, deshalb suchte ich nach Ideen. Eine Idee war schnell gefunden. Wir leben in einer Demokratie und so schrieb ich an die politischen Parteien. Mir war klar geworden, dass das letzten Endes eine politische Sache ist und das Gesetz geändert werden muss. Dieses Gesetz werden sie übersehen haben. Jetzt, wo alles so wirklich sich anfühlt werden sie bemerken, dass es nicht da ist, dass solch ein Gesetz aber notwendig ist, damit der Staat demokratisch bleibt und nicht autoritär wird. Eine Demokratie ist doch das Gegenteil von einem autoritären Staat?

Lächerlich befanden es die Meinen, die es ansonsten sehr gut mit mir meinen. Das passiere ständig und allerorten; ich solle es gut sein lassen. Einer von den Meinen sollte es wissen, er ist Jurist. Ich prüfte mich deshalb lange: Ein Michael Kohlhaas war ich nicht, diese Geschichte kannte ich genau und habe sie studiert. Ihn habe ich bereits früher abgelehnt; es stellte sich über das Gesetz. Vielleicht bin ich ein Träumer? Gut, das wird vielleicht passen wenn der Romantiker ausgeschlossen ist. Die Träume über eine bessere Welt will ich mir nicht nehmen lassen, da bin ich mir mit Greta Thunberg einig obwohl Greta viele Jahre jünger ist als ich: Wir träumen beide aber wir wissen es, beide haben wir dafür diesen Tunnelblick entwickelt, den sie Greta gerne vorwerfen. Mir können sie ihn nicht vorwerfen, ich verfüge über kein Testat und kennen tut mich auch keiner. Jetzt teile ich mir mit ihr den Tunnel und hoffe auf das Licht am Ende.

Es wird jetzt noch dauern. Alles ist sehr aktuell und die Parteien haben noch nicht alle geantwortet. Ich werde hier berichten.



(Kommentare zu den zwei hypothetischen Fragen sowie zu den Geschichten wären dem Autor sehr willkommen, um Anregungen in die weiteren Texten aufnehmen zu können; dieser Weblog wird fortgesetzt).





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